Indien 2012

Eine Reise, die ans Herz geht…!

Zu Besuch im Kinderpflegeheim Human Dreams India :)

Namaste!

Es dauerte ungefähr 1Std und wir fühlten uns wie zu Hause…

Wir sitzen weit weg unserer Heimat, in Indien, genauer gesagt in Najafgarh ganz am Stadtrand von Delhi, in einem liebevoll eingerichteten Haus, dem Kinderpflegeheim Human Dreams India. Neben uns Gründerin Nicole Mtawa, ihr Mann Juma, Mustafa (ein Freund von Nicole und ihre Vertretung der letzten Wochen). Ab und zu kommt Urmila, fragt ob wir noch was trinken oder einen Nachschlag wollen. Wir essen gemeinsam Kartoffeln mit Blumenkohl, dazu Dal und  Chapati. Das Masala (Gewürzmischung) schmecken wir natürlich deutlich raus (die richtige indische Küche ist uns ja total unbekannt, aber wir wussten es wird scharf und anders…) , aber es ist wirklich lecker. Wir können kaum glauben, dass wir hier sind. Hier wo alles so anders ist als “zu Hause” und so weit weg, aber wir fühlen uns wohl …

Nun aber erstmal ganz von vorn…

2009 zu Weihnachten bekam ich ein Buch von meiner Mutter geschenkt “Sternendiebe – Mein Leben in Afrika”. Ich war begeistert und hatte es in nur einer Woche durchgelesen. Nun war ich ein noch größerer Afrika-Fan und wollte die Frau, die hinter diesem Buch steckte am liebsten kennenlernen. Doch ich glaubte nicht dran mal eben einfach so eine Autorin, die in Afrika lebt kennenlernen zu können… Dennoch ließ mich der Gedanke nie los. Mitte 2011 konnte ich dann Kontaktdaten rausfinden und schrieb Nicole eine Nachricht. Da sie viel zu tun hat, dauerte es natürlich einige Zeit, aber tatsächlich kam einige Tage später eine liebe Nachricht zurück. Es stellte sich raus, dass sie inzwischen einen Verein “Human Dreams e.V.” gründet hatte. .Zu meinem Glück blieb sie mit mir in Kontakt, beantwortete mir geduldig tausende Fragen über Afrika und erzählte mir von Indien und einem geplanten zweimonatigen Deutschlandaufenthalt Ende 2011, bei dem sie in Lesungen ihr zweites Buch “Sonnenkinder-Mein Leben für die Armen in Indien” und ihr Kinderheim-Projekt für pflegebedürftige Kinder am Stadtrand von Delhi vorstellen wollte. Enttäuscht stellte ich fest, dass alle Lesungen viel zu weit weg stattfinden würden. Doch Nicole zauberte mir sofort ein Lächeln ins Gesicht, denn schon in der nächsten Mail stand, wenn ich jemanden kenne oder wüsste wo eine Lesung möglich wäre und was organisieren könnte, dann käme sie gern auch mit Ehemann Juma in den Norden. Das ließ ich mir doch nicht zweimal sagen! Nachdem ich so ziemlich alle Buchhandlungen abgeklappert hatte und viele zwar von dem Projekt begeistert waren, kam am Ende doch oft der Anruf “Der Chef sagt es ist zu kurzfristig, das bekommen wir leider nicht hin. Ginge es nicht später!?” Ja, hallo sie sind nur zwei Monate in Deutschland und danach wieder in Indien oder Afrika! Wie soll das später gehen!!?? Die Hoffnung schwand langsam doch aufgeben wollte ich nicht, da hatte ich die zündende Idee. Wer sagt das es eine Buchhandlung sein muss? ;) Also organisierte ich es an einer Berufsschule. Nach dem OK des Schulleiters, organisierte ich mit ein paar fleißigen Helferlein einen Kuchenverkauf um ein paar Spenden zu sammeln, bastelte Plakate, die die Lesung ankündigten und informierte mit Hilfe der Berufsschule die Zeitung. Dann war es soweit. November 2011 und plötzlich standen Nicole und Juma tatsächlich vor mir. Ich war sooo aufgeregt. Meine beste Freundin Luise und meine Schwester Vreni waren an diesem Tag auch dabei und sicher fast genauso aufgeregt wie ich. Ich hatte einen Raum, eine Leinwand und Beamer organisiert. Der Raum füllte sich und dann musste ich mich nur noch setzen und den Worten von Nicole lauschen. Sie laß aus beiden Büchern vor und erzählte von dem Kinderpflegeheim in Indien. Durch unglaubliche Fotos machte sie die ganze Sache anschaulich und ich war hin und weg. Am Ende übergab ich symbolisch die Spende für den Verein im Namen aller, die dazu beigetragen hatten. Ein paar liebe Worte sollten die Übergabe schöner gestalten. Ich hatte so meine liebe Mühe die Worte rauszubringen, die ich mir zurecht gelegt hatte… Da war so ein Kloß im Hals…:D

beim verteilen der Plakate für die Lesung an der Berufsschule in Neumünster

beim verteilen der Plakate für die Lesung an der Berufsschule in Neumünster

Übergabe der Spende vom Kuchenverkauf

Übergabe der Spende vom Kuchenverkauf

Erstes Treffen mit den "Sternendieben"

Erstes Treffen mit den „Sternendieben“

Ich bekam das neue Buch mit einer persönlichen Widmung als Dankeschön geschenkt und die Worte “Wenn ich noch ein Buch schreibe, dann erwähne ich dich! Danke für deine Hilfe!” waren wohl das tollste Kompliment, was ich je bekommen habe!

Ein Dankeschön von Nicole & Juma

Ein Dankeschön von Nicole & Juma

Zeitungsartikel in den Kieler Nachrichten

Zeitungsartikel in den Kieler Nachrichten

Nach der Lesung gingen wir noch gemeinsam eine Kleinigkeit essen und redeten über alles mögliche, sahen noch ein paar weitere Bilder an und verabschiedeten uns irgendwan nach einem wunderbaren Tag mit dem “Versprechen” wir würden uns wieder sehen.

Dieses Wiedersehen sollte schneller kommen als gedacht. Wir glaubten, wir würden uns vielleicht mal in Tansania wieder sehen, da ich da schon IMMER mal hin wollte und das auch meine erste große Reise werden sollte, doch dann kam alles ganz anders…

Warum so lange warten…? Außerdem ging mir das Kinderheim in Indien gar nicht mehr aus dem Kopf.. ich beschloss, dass meine nächste Reise, die erste ganz große da hin gehen würde. Mein Mann freute sich auch auf Afrika, Indien hingegen war ihm nicht wirklich was, also bekam meine beste Freundin eine spontane und ganz direkte SMS. “Hannes fliegt mit mir nach Afrika, Indien ist ihm aber nicht wirklich was. Würdest du mit mir nach Indien fliegen und das Kinderheim besuchen wenn Nicole nichts dagegen hat?” 5 Sekunden später klingelte mein Telefon und Luise brüllte “Ist das dein Ernst!?” Ja es war mein Ernst! Sie freute sich, dass ich dieses Abendteuer mit ihr erleben wollte und natürlich sagte sie JA. Also fragte ich Nicole und auch sie war von der Idee begeistert und bestärkte unseren Entschluss dann noch mehr z.B. durch die Aussage “Die Kleinen freuen sich schon auf den lieben Besuch aus Deutschland!”

Also wurde der Reisepass beantragt, das Visum beantragt und der Flug gebucht und schon im März diesen Jahres(2012) standen wir früh morgens am Flughafen in Hamburg und stiegen in das Flugzeug nach Delhi bzw zum Zwischenstopp in Dubai… Selbst am Flughafen war es ganz schön aufregend und es gab jede Menge zu sehen.

Unser Flieger nach Delhi bzw Dubai

Unser Flieger nach Delhi bzw Dubai

Aufregung steigt!

Aufregung steigt!

Zwischenstopp Dubai

Zwischenstopp Dubai

Nach einem langen Flug und 5 Std Aufenthalt in Dubai,

ging es nach einer Verzögerung(Flugzeug kaputt) endlich weiter nach Delhi, wo wir 2 Std zu spät ankamen und echt angst hatten, dass Nicky und Juma nun nicht mehr dort stehen und auf uns warten würden….

Indira Gandhi International Airport: Raus aus dem Flugzeug…kaum zu glauben, nun waren wir tatsächlich in Indien gelandet. Lange Gänge mit Teppich ausgelegt…und plötzlich stehen wir vor der Passkontrolle…Aber wo sind unsere Koffer???? Todesmutig zwischen all den finster drein schauenden Indern mit großen Gewähren, wage ich mich zum Schalter und frage: ” Excuse me, where do we find our suitcases?” Der Mann am Schalter sah mich finster an, lachte dann aber und sagte freundlich “Behind the Duty Free department Lady. But you are at the counter for the crew!” Lachend bedankte ich mich und verschwand mit Luise durch die Duty Free-Abteilung. Endlich die Laufbänder der Koffer und da waren sie auch schon völlig unbeschädigt :) Nun fiel mir wieder ein, dass ich noch mit Koffer aus dem Flughafengebäude muss…In meinem Koffer befand sich lose in einer Plastetüte (also nicht eingeschweißt und mit Etikett) Vogelfutter, für das kleine Papageienpärchen des Kinderheims und im Flugzeug hatte ich gerade einen Zettel ausgefüllt, auf dem ich unter anderem dafür unterschreiben musste, dass ich nichts einführe, auch keine Pflanzenteile oder ähnliches…. Ups. Da der Ausgang…davor wieder ein böse schauender Inder mit riesem Gewähr…. Jetzt bloß nicht auffallen… Endlich draußen! Die Wärme, die Grüche und der Lärm schlägt uns direkt entgegen.  So viele Menschen, aber sind  wir jetzt trotzdem hier “allein”!?!? Nein da Juma steht mitten in der Menschenmenge, ruft uns und winkt. Hinter ihm Nicole! Wir waren unendlich froh die beiden zu sehen! Wir begrüßten und umarmen uns voller Freude und stiegen gemeinsam in ein Taxi. Beim einsteigen berichteten wir von unserem verspäteten Flug und Nicky und Juma erzählten, dass sie schon glaubten wir kämen nicht und sie gerade gehen wollten. Alles nochmal gut gegangen!

Nun saßen wir im Taxi und trauten unseren Augen kaum…. Das ist also Indien. Nachdem ich kurz meinen Mann anrief um zu berichten das ich gut angekommen sei und wir Nicole und Juma bei uns haben und die indische Telefonnummer durchgegeben hatte, schnatterten wir mit unseren “Reiseführern” und sahen teilweise begeistert und teilweise entsetzt aus dem Fenster des Autos. “Luise was ist das denn da neben dem Auto?” “Was?” “Na da die langen Beine!” Der Hammer, ein Kamel mitten auf der Straße, genau neben uns, zwischen all den hupenden Fahrzeugen und klappernden Fahrrädern und Rikschas… Wir kamen aus dem staunen nicht raus und lachten über die sehr holprige und waghalsige Fahrt, doch das schien hier ganz normal zu sein. Zwischendurch hielten wir in Sorge, dass wir gleich samt Taxi in einem anderen Fahrzeug oder im Straßenraben landeten, dann aber doch die Luft an. Wir bogen nach einer ca 45 minütigen Fahrt in einen recht ländlichen Stadtteil am Stadtrand von Delhi ein – Najafgarh und hielten nach einer Weile vor einem hübschen mintgrünen Haus. Uns fiel das Schild an der Hauswand auf, auf dem das Logo vom Verein prangte.

Wir sind da!

Wir stehen tatsächlich vorm Haus von Human Dreams India

Wir stehen tatsächlich vorm Haus von Human Dreams India

Eingang vom Haus - von innen fotografiert

Eingang vom Haus – von innen fotografiert

Die Tür, eigentlich ist es ein hübsches Tor, öffnete sich und schon lernen wir die Pflegerin Urmila kennen. Freundlich begrüßte sie uns und erkundigte sich nach unserem Befinden. Kurz die Koffer abgestellt und die Schuhe ausgezogen, wollten wir sofort die Kinder kennenlernen. Nicole brachte uns nach oben und stellte uns zu erst MILAP (13) vor, der gerade Mittag aß. Er strahlte uns sofort an und sagte : “Hi, I´m Milap.” Unsere Bedenken wir könnten Berührungsängste haben, da alle Kinder pflegebedürftig sind, verflogen in nicht mal 2 Sekunden. Ich strich MILAP liebevoll über den Kopf und begrüßte ihn ebenfalls. MILAP hat Knochentuberkulose, Zerebralpalese und Untergewicht. Nicole teilte allen Kindern mit “This are Anne and Luise from Germany!” Und plötzlich sahen wir in noch zwei freundlich lächelnde Gesichter. MARY (13) und ihr Bruder YOHAN (6) saßen auf der rechten Seite des Wohnzimmers auf einem roten Sofa, aßen ihr Mittag und sahen dabei vergnügt TV. Wir sagten freundlich “Hi” aber wollten nicht beim Mittag stören. Beide Kinder haben das Ehler-Danlos-Syndrom, YOHAN hat zudem “Klumpfüße und einen fehlplatzierten Ellenbogen. Nicole ging mit uns in ein weiteres Zimmer. Ein süßes, sehr einfach aber liebevoll eingerichtetes Kinderzimmer. Auf einem Bettchen lag der kleine KAMAL(7), bereit für seinen Mittagschlaf. KAMAL hat Mikrozephalus, Zerebralparese, Epilepsie und ist sehr unterernährt. Unterentwickelt und in unseren Augen klein wie ein Baby lag er da… plötzlich ein breites Grinsen. Nicky sprach in liebevoll an und erzählte ihm, dass wir da sind. Sie setzte ihn auf ihren Schoß und kitzelte ihn. Ich habe noch nie ein schöneres Kinderlachen gesehen :) Wir waren sofort verliebt und begrüßten KAMAL, streichelten ihn dabei zärtlich über das kleine dünne Ärmchen. Was für süße zarte kleine dunkle Hände… Dann lernten wir noch Pflegerin Geeta kennen, die freundlich aber serh zurückhaltend wirkte und gingen erstmal mit Nicole und Juma auf die Dachterrasse des Hauses um die Kinder nicht weiter vom Essen abzuhalten.

Nun standen wir über den Dächern Indiens in der prallen Mittagssonne (gut 35°C) und waren unendlich glücklich, aber auch ganz schön kaputt, immerhin waren wir schon seit weit über 24 Std auf den Beinen.

Kurze Zeit später wurden wir zum Mittag gerufen und lernten auch noch Mustafa kennen. Es folgte die Situation vom Anfang des Berichtes…

Nach dem Mittag sollten wir die Gelegenheit haben uns etwas auszuruhen. Wir setzten uns etwas in den kühlen Eingangsbereich des Hauses, während Nicole und Juma noch etwas unser kleines zu Hause für die nächsten Wochen verschönern wollten. Irgendwann wollten wir nicht untätig rumsitzen und griffen Nicky beim tapezieren unter die Arme. Den größten Teil des Zimmers hatten die zwei in der Nacht vor unserer Ankuft renoviert. Wir waren gerührt. Schnell waren wir fertig, stellten noch ein Bettchen mit Decken und Kissen ins Zimmer und zogen ein. Nach 10 Minuten Pause waren auf der Straße laute Musik und Trommeln zu hören. Juma ging auf die Straße. Auch mich und Luise lockte es zur Tür. Es waren viele Menschen zu sehen, jedoch nicht woher die Musik kam. Juma rief uns zu wir sollen dichter kommen. Also lief ich hin. Mit etwas zögern kam dann auch Luise zu uns und nach und nach kamen Nicole und Urmila mit den Kindern auch dazu. Sie drückten mir YOHAN in die Arme, der mich sofort wieder freundlich anlächelte. Es handelte sich bei dem Spektakel um einen Baraat, der Umzug des Bräutigam vor der indischen Hochzeit. Der Bräutigam im hübschen glitzernden Kostüm und Turban auf einem weißem geschmücktem Pferd. Einige Männer, die alle die gleiche hübsche Uniform anhatten, spielten sowas wie einen Dudelsack und tanzten durch die Straßen. Eine große Traube von Menschen folgte dem ganzen. Nun standen wir also hier, gerade angekommen mitten in Indien, mit zuckersüßen Kindern auf dem Arm zwischen lauter freundlichen Indern und feierten einige Minuten mit dem Hochzeitsumzug. Inmitten des ganzen fasste uns einen alte freundliche Inderin an die Hand und lud uns ein, mitzukommen. Gerade erst angekommen und völlig kaputt und auch etwas “ängstlich” im fremden fernen Land, trauten wir uns nicht wirklich aber bedankten uns freundlich! Dann bekamen wir mit das inzwischen mehr Augen auf uns, als auf den Bräutigam gerichtet waren und selbst der riskierte einen Blick. Naja da standen plötzlich weiße Menschen und eine davon auch noch blonde lange Haare mitten in ihrem Wohngebiet. Es war unglaublich. Luise und ich sahen uns an und hätten am liebsten losgeheult so verzaubert waren wir. Wir konnten nur noch strahlen!

Da ich selbst so verzaubert war und gar nicht an meine Kamera dachte, habe ich hier mal ein Bild aus dem Internet rausgesucht. Nun könnt ihr euch vielleicht besser vorstellen, wie das Ganze aussieht .

BARAAT Bildquelle: hydfashion.blogspot.com

BARAAT
Bildquelle: hydfashion.blogspot.com

Nach dem Ausflug ins zauberhafte Indien gingen wir zurück zum Haus. Kurz danach brachte ein Bekannter einen Kleiderschrank, den Nicole ihn günstig abkaufte. Der Schrank sollte nach oben zu MARYund YOHAN ins Zimmer. Da die Treppe zu schmal war, um ihn im Ganzen hochzutragen, musste er unten auseinander geschraubt werden. Dies übernahmen Juma und Luise. Mit vereinten Kräften trugen wir alles hoch und gemeinsam bauten Nicky und ich den Schrank wieder auf. Urmila räumte den Schrank liebevoll ein und die Kinder freuten sich über das neue Möbelstück in ihrem Zimmer :)

Nun entschieden wir uns für einen gemeinsamen Spazierganng mit allen Kindern. Die Rollstühle und der Walker startbereit gemacht, ging es dann auch schon los.

Erster gemeinsamer Spaziergang durch Najafgarh

Erster gemeinsamer Spaziergang durch Najafgarh

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Milap

Milap

Somit hatte MILAP seine Laufübungen, wir sahen ein wenig von der Umgebung und alle hatten Spaß :) Besonders die Anwohner, die nun aus ihren Häusern schauten, auf den Wegen stehen blieben und sich nach uns umdrehten, oder sogar Nicole ansprachen um sich nach uns und den behinderten Kindern erkundigten. In Indien ist es nicht üblich, dass die kranken/behinderten Kinder einfach so auf der Straße in der Öffentlichkeit gezeigt werden und schon gar nicht, dass drei weiße Frauen mit ihnen durch die Gegend spazieren. Wir hingegen waren voller Stolz. :) Eine kleine Gruppe von 4 Jungs, etwa 12-14 Jahre alt, liefen uns hinterher und fotografierten mich ständig mit ihrem Handy. Mustafa machte mich gleich nochmal darauf aufmerksam, dass diese Jungs eben nicht so oft Weiße sehen und schon gar nicht welche mit so langen hellen Haaren wie ich sie hatte.

Als wir stehen blieben um ein paar Bilder zu machen, knatterte ein Moped heran und hielt bei uns . Ein freundlicher junger Mann mit seinen 4 Jungs. Er war interessiert an unserem Treiben und bot sich an ein Bild zu machen, damit wir alle drauf sind. Wir sollten in die Kamera winken und “All is well” rufen. :) Es war herrlich!! Zurück vor der Haustür des Kinderheims tauchte der Mann mit seinen Kindern wieder auf und wollte noch ein gemeinsames Bild, auf dem auch seine Kinder sind. Das war natürlich kein Problem und so machten wir einige Fotos im Eingangsbereich. Einfach gehen ließen wir ihn danach aber nicht. Unter Beifall und Staunen von uns, sahen wir zu wie einer nach dem anderen auf das kleine Moped stieg und machten ein Foto als alle 5 drauf saßen. Das war ein Spaß! :) Kaum zu glauben, dass sie dann aber auch wirklich losfahren….

Indische Familie unterwegs

Indische Familie unterwegs

Foto fürs Familienalbum der Indischen Familie

Foto fürs Familienalbum der Indischen Familie und für uns 😉

Danach ging es für uns und die Kinder auf die Dachterrasse zum spielen und endlich konnten wir auch unsere Geschenke verteilen. Es gab Plüschtiere, Malbücher, Stifte, weiche Bälle und und und. Es gab nicht nur was für die lieben Kleinen und die Buchständer, die sich Nicole für MILAP gewünscht hatte und die Vogeltränken, die wir aus Deutschland mitbringen sollten, sondern auch ein ganz besonderes Geschenk für Nicky und die Human Dreams Family. Wir hatten natürlich nicht vergessen das Nicky 2 Tage zuvor Geburtstag hatte und  wollten eine Erinnerung an uns in Indien lassen. Also gab es ein Bild von den Händen der Kinder. Wenn alle zusammen halten und an ihre Träume glauben, dann werden sie auch wahr! Hier nochmal ein ganz großes Dankeschön an unseren Künstler des Meisterwerkes!! Danke Stephan!! :) Ich denke, wenn ich  sage die Freude und das Staunen war bei allen groß, dann liege ich da richtig :) und diese Tatsache erfreute UNS dann sehr!

Foto entstand in Deutschland - das Bild flog mit nach Indien

Foto entstand in Deutschland – das Bild flog mit nach Indien

Geschenkeübergabe

Geschenkeübergabe

große Augen beim auspacken vom Bild-alle haben ihre eigenen Hände sofort erkannt :-)

große Augen beim auspacken vom Bild-alle haben ihre eigenen Hände sofort erkannt 🙂

Kurz vor dem Abendbrot, saßen wir dann noch bei MILAP und KAMALund Geeta im Zimmer. Gemiensam mit den beiden Kindern und Nicole sahen wir uns das Fotoalbum von MILAP an. Luise war zwar hell auf begeistert, aber sie war so kaputt, dass sie nach einigen Minuten tatsächlich sitzend auf MILAP´s Bett einschlief. MILAP fand das zum lachen komisch! :D Schade, ich habe gar kein Bild gemacht ;)

Nach einem langen und aufregenden Tag und leckerem indischen Abendbrot, zeigte Nicky uns dann noch die “Amazonas-Dusche” wie wir sie nannten. Wir wuschen uns im Bad mit großen Eimern und Messbechern, aber das Wasser war warm und wir konnten uns waschen, jede Menge Spaß hatten wir dabei auch noch! Was will man mehr!? Danach fielen wir glücklich und erschöpft ins Bett. Die Erschöpfung hielt aber nur wenige Minuten an, denn dann mussten wir uns dringend noch erzählen welche Eindrücke wir vom ersten Tag hatten und das wir eigentlich immernoch nicht glauben konnten, das wir hier wirklich in Indien sind und im Bett liegen. In unserem Zimmerchen hatten wir sogar ein Waschbecken, mit Wasserfilter (wir konnten also ohne Bedenken das Wasser trinken), ein Schränkchen und einen Spiegel – mehr baruchten wir auch nicht. Es gab im Haus Gott sei Dank EINE richtige Toilette und Nicole berichtete uns am Tag wie schwer es war für uns ein Paar Rollen Klopaier zu besorgen. Wir hatten aber auch selbst an welches gedacht und brachten zusätzlich noch Lilliputz (Feuchtklopapier) mit, welches sich nicht nur dafür als nützlich erwies. ;) Denn die Luft in Indien ist echt der Knaller, unsere Gesichter und Nasenlöcher waren schwarz nach wenigen Minuten draußen. Aber dank Lilliputz konnten wir uns auch unterwegs vom Schmutz befreien, die Hände “waschen”bevor wir was aßen. Aber das waren alles Sachen über die wir lachten. Wir hatten eine ganz wunderbare Zeit und lernten was wirklich wichtig ist und was eigentlich nur unnötiger Luxus ist.

Unser "Nest" :-)

Unser „Nest“ 🙂

Spiegel und Trinkwasser, dank Wasserfilter

Spiegel und Trinkwasser, dank Wasserfilter

Badezimmer im unteren Stockwerk

Badezimmer im unteren Stockwerk

Nach einer kurzen Nacht freuten wir uns auf den neuen Tag. Wir waren kaum fertig, da gab es auch schon Frühstück. Die Kinder begrüßten uns mit einem freundlichen “Good Morning!” Es gab… ja sowas wie hauchdünne Pfannkuchen und in dem Teig befand sich… ich denke es war Blattspinat (hier gibt es also auch morgens herzhaft) und einen richtigen indischen Chai (absolut nicht zu vergleichen mit dem, was bei uns in Deutschland Chai ist). Gut gestärkt ging es nun also in den neuen Tag. Die Kinder waren beschäftigtund Nicky musste was erledigen. So zogen wir uns auf die Terrasse zurück, genossen ein paar Sonnenstrahlen und überlegten was wir nun anstellten, denn das fremde Land wollte von uns entdeckt werden. Zu unserem Glück wollte Mustafa noch auf den Basar und fragte ob wir auch mit wollen. Klar wollten wir!! Allein traut man sich ja manchmal doch noch nicht so, wenn man sich so gar nicht auskennt. Da kam uns der Ausflug mit Mustafa gerade recht.

Es ging zu Fuß zum Basar. Unterwegs erklärte uns Mustafa so einiges. An den Straßenrändern gab es viele kleine Händler, die ihre Ware teilweise unter alten Planen hatten, vorn angebunden bei dem ein oder anderen ein Rind. Sie arbeiteten hier nicht nur, sondern lebten hier. Für uns bis dahin unvorstellbar…

Das ist auch das wahre Leben....

Das ist auch das wahre Leben….

Die Rinder, die ja in Indien heilig sind, liefen uns auch einige Male über den Weg, frei mitten auf der Straße oder mitten im Müll…..

Rind in den Straßen von Najafgarh

Rind in den Straßen von Najafgarh

Rind stöbert im Müll

Rind stöbert im Müll

Zwischen all den hupenden und knatternden Autos, Bussen, Mopeds, Rikschas und den vielen Fußgängern liefen wir auf der Straße zum Basar. Verkehrsschilder? Fahrstreifen? Verkehrsordnung? Nur links oder nur rechts fahren? Sowas gibt es dort nicht. Wie sagt man so schön: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Aber mit etwas Vorsicht und genügend Selbstbewusstsein klappt das schon! Aber immer die Augen und Ohren offen halten! Eigenschutz ist hier gefragt. Wir liefen über den Basar und wollten am liebsten alle drei so eine tolle Hose, wie sie hier in Indien oft getragen wird…aber das Vorhaben war gar nicht so einfach. Irgendwann landeten wir in einem “Laden”. Der Besitzer schickte seine Mitarbeiter/Freunde??? immer wieder zu anderen Ständen….vielleicht war da ja das richtige dabei? Nein war es nicht. In der Zwischenzeit wurde uns Tee angeboten, den wir freundlich aber bestimmt ablehnten. Im ganzen Raum roch es stark nach irgendwelchen Räucherstäbchen… Waren das normale Räucherstäbchen? Also ich muss sagen, diese Dämpfe stiegen uns etwas zu Kopfe :D   Mustafa erklärte uns das es in Indien so eine ganz normale Freundschaft zwischen Mann und Frau, wie bei uns in Deutschland eher nicht gibt, da der Ladenbesitzer schon so komisch schaute. Und prompt wurde er auch schon gefragt wer von uns denn seine Frau wäre. Geschickt lenkte er ab und fragte wieder nach den Hosen. Dann war tatsächlich was für mich dabei, aber er wollte viel zu viel Geld. Mit den reichen weißen kann man es ja machen :D

Wir fragten ob wir die Hose zurücklegen könnten (wenn sowas dort überhaupt geht) und später wieder kommen dürften und wollten uns verabschieden, doch so einfach ließ er uns nicht gehen. Jetzt fragte er freundlich ob er Fotos machen könne. Also machte er mit und von uns ein paar Bilder fürs Familienalbum. Wir verabschiedeten uns freundlich und gingen.

Auch draußen bemerkten wir immer wieder, wie Handys und Kameras auf uns gehalten wurden und das änderte sich die ganzen 2 Wochen nicht…  Teilweise fühlten wir uns wie Weltstars, hihi.

Wir entschieden uns mit einer Fahrradrikscha zurück zu fahren.

Der arme kleine schmächtige Mann sollte uns drei nun mit einer klapprigen Rikscha und seiner Muskelkraft für nur 20 indische Rupien ( ca. 0,30€ ) zurückfahren….er tat uns echt leid. Aber das war hier ganz normal. Nachdem wir uns damit abgefunden hatten, mussten wir auch die ganze Fahrt lachen und hatten ein riesen Spaß. Wir waren Mustafa dankbar für diesen Ausflug!

unsere erste Rikschafahrt

unsere erste Rikschafahrt

Indien Straßenleben

Indiens Straßenleben

hier wird alles irgendwie transportiert, selbst mit dem Fahrrad

hier wird alles irgendwie transportiert, selbst mit dem Fahrrad

Streifenhöhrnchen  überall unterwegs

Streifenhöhrnchen überall unterwegs

Beim Kinderpflegeheim roch es schon nach leckerem Mittag. Bis es soweit war, setzten wir uns auf die Terrasse. Von dort aus konnten wir Kinder auf einem kleinen Nachbargrundstück beobachten. Im ersten Augenblick glaubten wir, sie würden spielen doch dann stellten wir fest das es alles andere als das war. Sie arbeiteten, halfen im Haushalt…sie wuschen Wäsche und hingen sie auf.

Nachbarskinder bei der Hausarbeit

Nachbarskinder bei der Hausarbeit

Nach dem Mittag, hielten alle etwas Mittagsruhe (Das war jeden Tag so und ich muss sagen es war auch nötig. Die Tage dort waren lang und es gab immer viel zu tun, was wir besonders in den kommenden Tagen merkten. Nicky nahm uns oft mit und wir bekamen einen Einblick in ihre Arbeit. Unglaublich was sie alles leistet in so einem fremden Land. Wir konnten absolut verstehen, dass ihr da jede Mittagsruhe recht kam, wenn es denn eine für sie gab.) Luise und ich schlatterten mal wieder auf unserem Bettchen… Nicky kam und gab bescheid, dass sie nun los müsse. Sie machte sich mit Mustafa auf den Weg zu SAJIA´s (7) Familie. SAJIA litt am unheilbaren Cockayne-Syndrom und ist nach einem Nierenversagen im Krankenhaus an der Seite ihrer Eltern verstorben. Durch die Krankenhausbesuche, bei denen Nicole die Familie sehr unterstützte, waren die Eltern eigentlich auf ihren frühen Tod vorbereitet, trotzdem ist soetwas natürlich ganz schlimm für Eltern und sie konnten nur schwer damit umgehen.  Gern hätten wir Nicky auch auf so einen Hausbesuch begleitet und sie hätte uns auch gern mitgenommen, angesichts dieses Trauerfalls hielten wir es aber alle für das Beste, wenn Nicky und Mustafa allein gehen, ohne Fremde. Den Eltern bleiben noch 3 weitere Kinder (Eines von ihnen SAHIL, 6 Jahre, leider auch so krank. Human Dreams e.V. unterstützt seine Familie und ihn weiterhin). Nicky machte uns auch nochmal darauf aufmerksam, dass wir am Abend Besuch von zwei Mädels aus Deutschland bekommen würden, die dem Kinderheim einen Laptop spenden wollen. Falls Nicky bis dahin nicht zurück war, sollten wir uns ein wenig um sie kümmern. ;) Als Nicole ging, redeten wir noch etwas und schliefen dann tatsächlich kurz ein. Irgendwann klopfte es an unsere Tür. Geeta brachte uns Chai…wie süß von ihr. Ausgeruht und gestärkt, machten wir uns an die Arbeit. Wir hatten uns vorgenommen das Aquarium des Kinderpflegeheims zu reinigen.

Aquarium-Reinigung auf Indisch

Aquarium-Reinigung auf Indisch

Anschließend machten wir uns dran die neuen Tränken an dem Käfig der Zwergpapageien zu befestigen. Der Nachmittag verging wie im Flug und plözlich stand Nicky auch schon mit den deutschen Mädels in der Tür. (Mustafa hatte sich bereits von uns verabschiedet bevor er sich mit Nicky auf den Weg zu SAJIA´s Familie machte. Er verlängerte seinen Aufenthalt, verbrachte die nächste Zeit allerdings in Dharamsala am Fuße des Himalaya. Er berichtete uns schon am Tag zuvor von einem kurzem Aufenthalt dort und wie lustig die Busfahrt dahin sei. :D   Damit war die gemeinsame Zeit mit ihm schon vorbei. Es waren nur zwei Tage, aber es war eine Bekanntschaft, an die wir uns in 50 Jahren wohl noch erinnern können.)

Wir waren gerade mit den Kindern auf dem Weg nach oben, auf die Dachterrasse. Nachdem sie das Haus angesehen hatten, kamen sie dazu. Es wurde etwas erzählt, Bilder gemacht, Chiku (eine Frucht, die mich etwas an Birne erinnerte) gegessen und Nicole zeigte ihnen unser Geschenk (das tolle Leinwandbild), wir waren ganz schön stolz ;)

Besuch aus Deutschland

Besuch aus Deutschland

Wir entschieden uns gemeinsam die Damen ein Stück zu begleiten. Nicky organisierte schon vorher ein Taxi. Am vereinbarten Treffpunkt quasselten wir noch etwas und verabschiedeten uns beim Eintreffen des Taxis. Inzwischen war es dunkel geworden und wir bewunderten eine echte Märchenkutsche die vor einem der Häuser in der Nachbarschaft stand. Hier wird wohl geheiratet? :) Das Pferdchen davor sah nicht aus, als könnte es diese gigantische Kutsche ziehen, aber es sah so aus als würde das auch die Aufgabe von zwei Pferden sein… dennoch wahrscheinlich Schwerstarbeit für diese  eher klapperigen Pferdchen…. Leider sieht das Foto nicht ganz so toll aus…man kann die Schönheit dieser traumhaften Kutsche nur erahnen, denn der Staub in der Luft machte es schwer ein ordentliches Bild hinzubekommen.

Indische Hochzeitskutsche

Indische Hochzeitskutsche

Zurück bei den Kindern wurde noch etwas umhergealbert und dann gab es Abendbrot. “Good night. See you tomorrow!” hieß es dann. Luise und ich schmelzten dahin als Nicky und MILAP sich gegenseitig einen “Goodnightkiss” – Luftkuss zuwarfen. :) Wiedermal lagen wir stundenlang wach und philosophierten über das aufregende, schmutzige und doch so farbenfrohe und freundliche Land.

Der nächste Tag wartete wieder mit neuen aufregenden Abenteuern. Während MILAP und KAMAL ihre Übungen mit der lieben Physiotherapeutin Jyoti machten, die unter der Woche jeden Morgen für ca. 2 Stunden ins Haus kam….

Übungen mit Physiotherapeutin Jyoti

Übungen mit Physiotherapeutin Jyoti

….machten wir uns früh am Morgen gleich nach dem Frühstück mit Nicole, MARY und YOHAN auf den Weg zu einem Krankenhaus. YOHAN sollte eine Impfung bekommen und bei MARY sollte das Herzchen untersucht werden. Nach einer lustigen Auto-Rikscha-Fahrt, bei der Luise schmerzhaft feststellen musste, dass so eine Rikscha doch recht klein für 3 Erwachsene und 2 Kinder ist (das Lachen ist ihr dabei nie vergangen und dran ist auch noch alles!), trafen wir uns vorm Krankenhaus mit Sozialarbeiterin Sangeeta. Eine wirklich bildhübsche und liebe junge Frau. Das Foto entstand zwar erst später, aber ich möchte euch Sangeeta schon an dieser Stelle mit einem Bild vorstellen.

Das Foto entstand zwar erst später, aber ich möchte euch Sangeeta schon an dieser Stelle mit einem Bild vorstellen

Sozialarbeiterin Sangeeta

Zurück zum Krankenhausbesuch. Wir mussten sehr lange warten. Nicky und Sangeeta kämpften mit Papierkram und um kostenlose Behandlungen für die Kinder. In der Zwischenzeit passten wir auf die Kinder auf und trauten unseren Augen kaum… So ein Krankenhaus hatten wir noch nie gesehen… In Deutschland würde man wohl rückwärts wieder rausgehen. Da es sich an diesem Tag um “kleinere” Behandlungen handelte war dieses Krankenhaus aber ok. Indischer Standart ist eben anders als Deutscher… Plötzlich bekam YOHAN seine Impfung dann aber recht schnell. Dann musste Nicky mit MARY zur Untersuchung und Sangeeta musste sich noch um einiges kümmern. Während dieser Zeit bespaßten Luise und ich den kleinen YOHAN. Er buchstabierte die Worte in seinen Impfpass rauf und runter, vorwärts und rückwärts, auf Englisch und Hindi. Zählen konnte er auch schon ganz wunderbar, auch das bewies er uns wieder auf beiden Sprachen. Uns wollte er dann das Zählen auf Hindi beibringen (ek, do, tin, cār, pā~c, chah, sāt, āţh, nau, das), auf Deutsch wollte er es aber nicht versuchen. Er hatte seinen eigenen Kopf und blieb stur.  ;) Dann fanden wir gemeinsam raus wie lustig es ist, den anderen anzustupsen oder an den Haaren zu ziehen und so zu tun als wärs jemand anderes gewesen. Wir haben herzhaft gelacht und dann verging die Zeit auch wie im Flug. Während der gesamten Zeit wurden wir natürlich aufmerksam von den Menschen in unserer Umgebung beobachtet, die meisten Lächelten uns freundlich an sobald sich unsere Blicke trafen. Als ich dann noch einer lieben alten Inderin, die recht mühsam versuchte sich aufrecht zu halten, den Platz frei machte, damit sie sich setzen konnte, ernteten wir von einigen Leuten zustimmendes Nicken und Lächeln.

Nach dem langen und anstrengenden Vormittag im Krankenhaus, gab es dann auch eine ganz leckere Belohnung – einen frisch gemachten Mangoshake.

MARY & ich

MARY & ich

Luise mit Mary und Brüderchen Yohan

Luise mit Mary und Brüderchen Yohan

Zurück im Kinderpflegeheim konnten wir uns alle etwas ausruhen und spielten danach wie jeden Nachmittag mit den Kindern auf der Dachterrasse. Später gingen wir nochmal mit Nicky und Juma in die “Stadt”. Es war wieder sehr interessant und es gab einiges zu sehen. Juma brauchte eine neue SIM-Karte… während sie uns in Deutschland fast hinterher geschmissen wird, wird in Indien daraus ein halber Staatsakt gemacht, zumindest wenn ein Ausländer eine solche Karte haben will… Ich weiß nicht mehr wie lange wir dort bei diesem “Vodafone-Laden” gewartet haben….aber Luise und ich wussten uns mit ein paar Späßen und auch ernsten Unterhaltungen die Zeit zu vertreiben. Zwischendurch kam Nicky immer mal um uns zu berichten, was nun wieder das Problem sei. In Indien haben die Menschen echt große Angst vor Terrorismus und deswegen dieses ganz hin und her und das verlangen von tausend Auskünften…. Am Ende gingen wir ohne Karte, aber immerhin mit Farben für den Walker von MILAP, den wir neu gestalten wollten. Juma sollte jedenfalls am nächsten Tag wiederkommen mit noch mehr Unterlagen… Inzwischen war es dunkel und spät geworden. Da es in Indien recht spät Abendbrot gibt, konnten wir noch mit den Kindern gemeinsam essen und ein paar kleine Späße machen. Geeta kümmerte sich liebevoll um den kleinen KAMAL und fütterte ihn. Urmila versorgte uns und die anderen Kinder mit leckeren Maggi-Nudeln und Luise alberte mal wieder mit den Plüschtieren umher. ;) Im Wohnzimmer gab es  einen ganz  kleinen Fernseher… Jeden Abend aufs neue bewunderten wir lachend das TV-Programm. Herrliche, indische Herz-Schmerz-Daily-Soaps. Es war so lustig, zumal sie auf Hindi waren und wir somit nichts verstanden haben und nur die Bilder interpretieren konnten. Auf Deutsch und Englsich gaben wir dann unseren Senf dazu. Obwohl die Kinder wenn überhaupt nur die Hälfte verstanden, von dem was wir von uns gaben, brachten wir sie damit oft zum lachen.

Pflegerin Geeta mit little Kamal

Pflegerin Geeta mit little Kamal

Am Ende des aufregenden Tages sollte es dann nochmal richtig herzlich werden. Es war Zeit für die Kinder ins Bett zu gehen, also wünschten wir ihnen  eine Gute Nacht “Good night. See you tomorrow! Sweet Dreams!” und dann bekamen auch Luise und ich einen “Goodnigthkiss” vom kleinen Charmeur MILAP. Wir freuten uns so sehr als waren gerade Weihnachten und Ostern zusammen auf einen Tag gefallen und MILAP bekam natürlich einen zurück – ab jetzt war es jeden Abend so :) Wir fühlten uns wie zu Hause, gingen glücklich ins Bett und freuten uns auf den nächsten Tag :) Wir hatten großes vor ;)

Am nächsten Morgen fuhr Nicole noch einmal mit Sozialarbeiterin Sangeeta und der kleinen MARY ins Krankenhaus um weitere Untersuchungen machen zu lassen. Die Kinder wurden wieder von Jyoti therapiert und wir machten uns vor der Haustür ans Werk. MILAP´s Walker bekam einen neuen Anstrich. Es machte großen Spaß und wir freuten uns schon auf sein Gesicht, denn er wusste nicht was wir vor hatten. Es dauerte nicht lange und die Kinder, die auf der Straße spielten, beobachteten uns und dann kam eine nette indische Frau auf uns zu. Wir hatten sie zuvor schonmal auf dem kleinen Nachbargrundstück gesehen. Sie sah uns aufmerksam zu, setzte sich in die Hocke, nahm Luise den Pinsel aus der Hand und sagte “Flowers, Flowers!?” Wir lächelten und nickten und sie begann zu zeichnen. :) Am Ende hatten wir zu dritt aus einem grausilbernen, rostenden Gehwagen einen freundlichen bunten Gehwagen gezaubert. Die liebe Nachbarin bedankte sich (aber wir haben doch zu danken!!), lächelte und verabschiedete sich von uns. Wir hofften sie bekam zu Hause kein Ärger wegen der bunten Farbe in den Haaren. So streng ist es im Hause der Nachbarn dann aber doch nicht.

Mission " Walker aufhübschen" beginnt

Mission “ Walker aufhübschen“ beginnt

"Pimp my Walker"

„Pimp my Walker“

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Hilfe von der lieben Nachbarin

 Und dann war es soweit, auf zu MILAP! :)

Überraschung für Milap

Überraschung für Milap

Happy Milap

Happy Milap

 Die Freude war groß und zwar nicht nur bei MILAP, auch YOHAN, Urmila und Geeta freuten sich über das “Kunstwerk”. Von uns ganz zu schweigen! Es machte uns unendlich glücklich wie wir mit einer eigentlich so simplen Sache einem Kind so ein breites Lachen ins Gesicht zaubern konnten und nun konnte MILAP gar nicht abwarten bis er seine Laufübungen machen konnte. Nun gab es aber erstmal Mittag und nach der Mittagsruhe, ging es endlich auf die Dachterasse und diesmal machte MILAP seine Übungen ganz ohne uns austricksen zu wollen, dass er längst mehr gelaufen ist. Hihi. Spiel und Spaß sollten danach auch nicht zu kurz kommen, also spielten wir Ball. Irgendwann rief MILAP mehrmals “Didi, Didi” (was in Indien respektvoll sowas wie “große Schwester” bedeutet). Wir fühlten uns erst gar nicht angesprochen, denn wir wussten das er Nicky und die Pflegerinnen so nannte. Doch Moment mal sie waren alle weit und breit nicht in Sicht und wir waren mit den Jungs allein auf der Dachterasse. MILAP rief “Anne-Didi, Luise-Didi can we take pictures!?” Er meinte tatsächlich uns! Wenn wir uns nicht sowieso schon zu Hause fühlten, taten wir dies ab spätestens diesem Zeitpunkt auf jeden Fall. Wir freuten uns, dass wir nun immer von den Kindern “Didi” genannt wurden :) Es ist unglaublich wie schnell man fremde Menschen/Kinder am anderen Ende der Welt ins Herz schließen kann. Allerdings machten sowohl die Kinder, als auch die Pflegerinnen Urmila und Geeta, sowie Nicole und Juma uns es leicht sie ganz schnell sehr zu mögen! :) Kein Geld, dieser Welt oder irgendwelche Luxussachen können das ersetzen. Dennoch lässt sich leider nur von Liebe und Sonneschein kein Essen und keine medizinische Behandlung oder ähnliches kaufen.

Dann kamen Nicky und MARY zurück. Nicole meinte, der Walker sei noch schöner geworden, als sie sich das vorgestellt hatte. Das freute uns natürlich sehr. Stolz berichtete MILAP, dass er schon alle Runden gelaufen ist und wir bestätigten.

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Nachmittag auf der Dachterrasse

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Wer ist denn hier so kitzelig!?

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Frechdachs Milap übt ausnahmsweise mal ohne meckern 😉

 Später mussten die Kinder runter, denn die Lehrerin war da. Geeta brachte YOHAN runter und Nicole brachte MILAP hinterher. MARY lief vor und KAMAL konnte weiter mit uns kuscheln. Wir riefen den Kindern hinterher “See you later!” und MILAP rief zurück “Alligator!” Mit so viel Schlagfertigkeit hatten wir nun nicht gerechnet und schon gar nicht das ein Kind in Indien diesen Spruch kennt. Das war der Knaller und wir mussten lachen. Solche “kleinen” Situationen ließen die Sonne ins Herz und machten uns alle glücklich. Das war das, was wichtig war!

Und dann kam auch noch netter Besuch aus Deutschland. Frank, ein Freund von Nicole aus ihrer Heimatstadt in Deutschland. Er war beruflich in Indien und ließ es sich nicht nehmen sich anzusehen, was Nicky hier im fernen Land auf die Beine gestellt hat. Wir saßen alle nett auf der Dachterasse zusammen und erzählten. Später gab es Nudeln zum Abendbrot und danach musste Frank wieder los.

Wir waren erstaunt wie oft es hier in Najafgarh an der Türe klingelt und entweder Deutsche davor stehen oder eben Inder, die Hilfe für ihre Kinder suchen…dazu komme ich später nochmal.

Wir verabschiedeten uns von Frank und wieder ging ein langer aufregender Tag zu Ende….

Besuch aus der Heimat - Nickys Bekannter Frank

Besuch aus der Heimat – Nickys Bekannter Frank

Nach einer erfrischenden Dusche machten wir es uns auf unserem Bettchen bequem, mit indischen Chips und richtiger Pepsi ;) Wir quasselten über den vergangenen und den kommenden Tag, auf den freuten wir uns ganz besonders!! Dann laß ich Luise aus dem Buch “Schwarze Frau-Weißes Land” vor, bis wir einschliefen (das war meistens so nachts um 3, hahahah)

Die Nacht war gegen 7 Uhr zu ende, aber trotz nur 4 Stunden Schlaf waren wir putzmunter. Wir freuten uns schon seit unserer Ankuft auf diesen Tag. MARY hatte Geburtstag, der erste den sie feiern würde. Für uns unfassbar. Bei uns in Deutschland ist es doch selbstverständlich das für unsere Kinder eine Geburtstagsfeier veranstaltt wird… Doch noch wusste MARY nichts von ihrem Glück. Der genaue Tag der Geburt war nicht bekannt, doch es gab ein Taufdokument vom 15.03. Allein die Tatsache, dass sie nun wusste wann sie Geburtstag hat und das andere Leute davon Notiz nahmen und sie beglückwünschten, freute sie sehr. Also gingen wir schnellstmöglich nach oben um MARY zu beglückwünschen “Happy Birthday MARY! All the best for your life and a lot of health!” . Wir umarmten sie und erst wusste sie nicht so recht wie ihr geschah aber dann freute sie sich sehr. :) Nach dem Frühstück (Juhu, es gab endlich was süßes! Sowas wie Grießbrei.) machten wir uns aber erstmal mit Nicky auf den Weg in den Bundesstaat Haryana nach Gurgaon. Dort wollten wir zu einem Amt, von dem Nicky ein Dokument  brauchte, um ein Fahrzeug von den deutschen Spenden kaufen zu dürfen. Dieses Fahrzeug ist wichtig für Human Dreams India und soll genutzt werden um z.B. die Kinder für ihre Behandlungen ins Karnkenhaus zu fahren, welches wirklich weit weg ist oder auch um kleien Ausflüge mit den Kindern zu machen. Denn mit 4 Kindern, zwei Rollstühlen und einem Walker und alles was man sonst nocht so braucht, ist es schwierig mit einer Rikscha zu fahren oder sich jedes Mal ein teures Taxi zu mieten.  Wir jedenfalls fuhren mit der Rikscha an einen Platz in Najafgrah, wo viele Busse fuhren. Dort auf den Bus zu warten war sehr lustig. Wir standen mal wieder im Mittelpunkt, wurden gefilmt und fotografiert. Irgendwann stiegen wir in einen großen Bus. Woher Nicky wusste, dass wir damit genau da ankommen wo wir hinwollen – keine Ahnung. Denn in Indien gibt es keine richtigen Bushaltestellen wie bei uns, wo dran steht welcher Bus genau wo lang fährt…  Das Einsteigen war schon ein Ding für sich, denn die Busse rollen langsam weiter und bleiben nur selten wirklich richtig stehen, geschafft haben wir es aber trotzdem und glücklicher Weise bekamen wir auch noch einen Platz zum sitzen (in Indien sind die Busse sonst meist überfüllt – würden wir Deutschen zumindest sagen, für die Inder kann der Bus nicht voll genug sein. ;) “Tin Tickets to Gurgaon” sagte Nicole. Es war ziemlich schmutzig und oben an der Decke klapperte alles, so dass wir das Gefühl hatten uns fällt gleich was auf den Kopf. Nicole warnte uns vor, dass es eine sehr holprige Fahrt werden würde. Da hatte sie nicht übertrieben ganz im Gegenteil. Luise und ich kamen aus dem Lachen nicht mehr raus… sowas haben wir noch nicht erlebt. Bei jedem Schlagloch auf dem langen Weg hatten wir das Gefühl wir heben 2 Meter vom Sitz ab :D Wir krallten uns an die Sitze vor uns und dann sahen wir wie entspannt die ganzen Inder, teilweise mit Handy in der Hand in ihren Sitzen lagen. Das war spannender als Karussel fahren, ein unvergessliches Erlebnis.

Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön...

Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön…

Unbeschwert genossen wir die lustige Fahrt und als wir uns irgendwann eingekriegt haben, sahen wir begeistert aus dem Fenster. Wir sahen Affen und Nicky berichtete uns, dass es in Gurgaon viele freilaufende Schweine gibt, man könne sogar fast von einer Schweinepest reden… und irgenwann sahen wir auch schon die ersten.

überall Schweine in Gurgaon

überall Schweine in Gurgaon

Incredible India

Incredible India

Noch ungeahnt was die Rückfahrt für uns bereit hält, genossen wir den aufregenden Tag.

In Gurgaon angekommen, stiegen wir aus dem Bus und suchten nach einer Autorikscha. Auf dem Weg zu den Rikschas machten sich die geschellschaftlichen Unterschiede bemerkbar. Große prunkvolle Schmuckläden mit Wachleuten davor und 3 Meter weiter Menschen, die zwischen den Schweinen auf der Straße lebten…. Dieser Geruch… Wir konnten nicht glauben was wir da sahen und rochen…. Hier leben diese Menschen – unglaublich. Als wir dann in der Rikscha saßen, wurde wieder die “Schönheit” des Landes sichtbar. Wir düsten durch das sonnige Indien, die Straßen waren belebt und alles war bunt, in unserer Rikscha lief laute indische Musik und als wir an einer Kreuzung zum halten kamen, streckte uns ein indischer Junge (vielleicht 12 Jahre alt) seine Hand entgegen. Aber nicht um zu betteln, sondern um uns die Hand zu schütteln – einfach so. :) Wir sagten also freundlich “Hi” und gaben ihm die Hand. Er freute sich und verschwand. Sowas war uns in Deutschland noch nie passiert. Es war ein schönes Gefühl. Beim Amt angekommen, wunderten wir uns schon über das Gebäude, was gar nicht so recht nach einem solchen Amt aussah. Als wir auf den Fluren standen, fiel uns auch hier wieder auf, dass es recht schmutzig war. Die Toiletten waren gar nicht erst zu betreten. Es wäre ein Foto wert gewesen, allerdings hielt ich es für unangebracht hier auf dem Amt meine Kamera wie ein Tourist herauszuholen. Nicole stand in der Tür eines sehr kleinen Raumes, in dem ein Mann saß, dem sie hier wohl schon mal begegnet war. Er schickte uns ein paar Türen weiter. Erst ging Nicole allein rein, dann bat sie uns, dazu zu kommen. In Indien haben Frauen nicht so sehr viel zu sagen und der Angestellte des Amtes sah nicht aus als wolle er uns viel Gehör schenken. Vor ihm saßen 4 weitere Männer. Ob das Bekannte, weiter Angestellte oder ähnliches waren, keine Ahnung. 3 weiße Frauen aufeinmal machten dann vielleicht doch etwas mehr Eindruck und Nicole, die auch Hindi kann, wusste wie sie sich Gehör verschaffen konnte. Auch hier wurde uns wieder Tee angeboten, den wir dankend ablehnten. Dann wurden wir noch in ein weiteres Büro geschickt. Wir trauten unseren Augen kaum, in dem Raum war alles alt und teilweise kaputt. Es gab alte verstaupte und kaputte “Aktenschränke” und bergeweise Papierstapel, die aussahen, als würden die schon Jahre dort umherliegen. Ich kann es kaum in Worten erklären, aber wie gesagt Fotos machen, empfand ich hier als unangebracht und wahrscheinlich hatten die Männer hier auch was dagegen. Der Mann, dem Nicky hier ihr Anliegen schilderte, schien etwas freundlicher als die anderen. Er sah sich ihren Ordner von Human Dreams India an und redete mit ihr. Am Ende hieß es dann, dass er es in die Wege leiten würde, aber Nicole in einigen Tagen nochmal wieder kommen muss….

Wir waren sehr beeindruckt was Nicky alles leistet. Für uns war alles fremd und wir hätten warscheinlich nie hier her gefunden, hätten nicht mal gewusst wo wir in welchen Bus einsteigen müsssen… und Nicole… kümmert sich mit Juma und den Pflegerinnen liebevoll um pflegebedürftige Kinder, sorgt dafür das sie medizinisch versorgt werden (was jedes Mal eine lange Fahrt bedeutet), erledigt viele Gänge zu verschiedenen Ämtern, die oft weit weg sind und muss nicht selten lange um das kämpfen was sie dort erreichen will. Auch in Indien gehts nicht ohne die liebe Bürokratie….

Sie sorgt gemeinsam mit Sangeeta dafür, dass die Kinder zu Hause unterrichtet werden und hoffentlich bald auch eine richtige Schule besuchen dürfen. Sie versucht einfach jeden “Human Dream” ihrer kleinen Schützlinge zu erfüllen und erbringt dabei in unseren Augen Höchstleistung fern ab ihrer alten Heimat(Deutschland). Wir freuen uns sehr, dass es solche tollen Menschen wie Nicole gibt und sie uns zwei Wochen an diesem aufregenden und anstrengenden Leben teilhaben ließ! DANKE!

Nachdem wir das Amt verließen wurde uns dann das Herz schwer… Ein kleines Mädchen, vielleicht so 6 Jahre alt, zog an unserer Kleidung, fasste nach unseren Händen und bettelte um etwas Geld. Wir hatten schon im Vorfeld unserer Reise oft gehört und gelesen man solle diesen Kindern lieber nichts geben, da diese Kinder meist erst allein kommen und wenn man dann sein Geld zückt, kommen noch mehr… Es ist schrecklich nein sagen zu müssen. :( Doch in dieser Situation meinte Nicole wenn wir etwas Kleingeld dabei haben, könnten wir ihr das geben wenn wir wollen, da weit und breit niemand weiter zu sehen war. Auf dem Gelände des Amtes war das Betteln wohl auch nicht so gern gesehen, deswegen war sie wahrscheinlich allein. Wie es ist wenn ein bettelndes Kind nicht allein bleibt, sollten wir noch heute erfahren….

Erstmal machten wir uns nach den “geschäftlichen” nun auf dem Weg in die Stadt zum zum Basar. Wir sahen uns nach Tüchern und Saris um, Nicole schaute sich nach solchen “Wäschebehältern” aus Stoff um, die man verschließen konnte und das wichtigste : wir schauten ob wir was schönes für MARY zum Geburtstag fanden und wir wollten unbedingt einen schönen Geburtstagskuchen haben!

Mitten drin, statt nur dabei...

Mitten drin, statt nur dabei…

Indian Bazar

Indian Bazar

Elefantengott Ganesh

Elefantengott Ganesh

In einem kleinen Laden mit Dekoartikeln fanden wir ein “Happy Birthday” -Zeichen und Kerzen für den Kuchen, was selbstverständlich auf unsere Rechnung ging. Da es sehr warm war und wir schon einige Zeit unterwegs waren, beschlossen wir auch noch eine Cola mitzunehmen. Damit war die Unbeschwertheit erstmal vorbei…wir hatten die Cola kaum auf, da griffen schon 6 kleine Hände danach…. Einige kleine Kinder hatten wohl gehört das es bei den “Weißen” was zu holen geben könnte. Wir wussten gar nicht wie uns geschah. Diese kleinen Hände zogen am Rucksack, an unseren Armen und redeten auf uns ein (wir verstanden davon nicht so viel) und es wurden immer mehr…Wären wir darauf eingegangen und stehen geblieben, wären wir heute nicht mehr weit gekommen. Sie taten uns leid, wie sie mit ihren schmutzigen Gesichtern und Händen um jeden kleinen Krümel bettelten… Woher wussten wir ob diese Kinder wirklich nichts haben oder vielleicht sogar von ihren Eltern betteln geschickt werden? Außerdem können die Kinder in Indien sehr sehr zudringlich werden, das bekamen wir hier hautnah zu spüren. Luise´s Nerven lagen blank…. Nach einer halben Ewigkeit, während der wir die schönen Dinge auf dem Basar absolut nicht bewundern konnten, weil wir einfach nur noch weg wollten, ließen die Kinder dann von uns ab. Nun standen wir vor einem Stand mit wunderschönen Tüchern. Ich hatte sofort ein grün-türkises entdeckt, welches mir sehr gut gefiel. Luise fand auch 2 schöne Tücher. Nicole fragte für uns nach dem Preis und meinte dann, das es für uns Ausländer meist etwas teurer gemacht würde. Irgendwie unfair aber was sind schon 100 Rupien (ca.1,60€) für ein wunderschönes Tuch?! Also Tücher gekauft und weiter ging es. Zu meiner großen Freude fanden wir hier auch tolle kleine indische Kinderschuhe, die sich meine Mutti so sehr als Mitbringsel gewünscht hatte. :)

Auch ein tolles pinkes T-shirt und neue Flip Flops für MARY hatte Nicole gefunden und dann betraten wir einen Laden in dem es ganz viele bunte indische Süßigkeiten gab und tatsächlich auch ein paar Torten. Zuvor hatten wir immer nur Stände oder Läden gefunden in denen es kleine trockene Kuchenstücken gab, aber nie eine ganze Torte. Doch hier hatten wir den perfekten Kuchen gefunden. Einen “Black Forest Cake” ja tatsächlich Schwarzwälderkirschtorte :)

Vollgepackt mit schönen Dingen, ging es dann mit der Autorikscha zurück zu dem Ort, wo unser Bus abfahren würde.

Little Indian Girl

Little Indian Girl

Grenzübergang: Delhi-Gurgaon

Grenzübergang: Delhi-Gurgaon

Kurz vor der Grenze war reges Treiben und wir schauten uns noch etwas um bis unser Bus fuhr. Nicole zeigte uns das “schönste” Haus Indiens. Hier lebt wirklich jemand. Direkt auf dem Mittelstreifen einer doch recht stark befahrenen Straße unter Planen und Müll…. Wir wurden hier einfach immer wieder aufs neuste überrascht!

Unter Planen und Müll-hier wohnt jemand-direkt auf dem Mittelstreifen einer befahrenen Straße

Unter Planen und Müll-hier wohnt jemand-direkt auf dem Mittelstreifen einer befahrenen Straße

Als wir in den Bus steigen wollten, sollten wir noch kurz draußen warten. Der Bus wurde extra sauber gemacht, sprich ausgefegt :)

Bus - extra für uns ausgefegt

Bus – extra für uns ausgefegt

 

NEIN, das war KEIN Witz!! Das Lachen verging uns trotzdem nicht, jedenfalls erstmal.

Luise fiel mit mal ein, dass wir übernacht anscheinend Stromausfall hatten und fragte Nicole ob das sein könnte. Nicole meinte dann ganz trocken “Ja, wir haben fast jeden Tag Stromausfall!” Wir mussten etwas schmunzeln. Gott sei Dank war der Stromausfall nie für lange. :)

Wir hatten das Gefühl auf dem Rückweg fuhren wir einen etwas anderen Weg, also sahen wir wieder gespannt aus dem Fenster. Keine Angst, wir kamen am Ende trotzdem da an, wo wir hin wollten.  Irgendwann fiel mehrmals die Gummiverdichtung vom Fenster des Buses auf meinen Kopf. Der Mann  schräg vor mir (hier waren die Sitze nicht so voreinander angeordnet wie wir das kennen, deswegen saß er seitlich zu mir und nicht mit dem Rücken) steckte die Verdichtung regelmäßig wieder da hin, wo sie hingehörte, leider hielt sie nicht. Irgendwann zog er sie dann soweit raus, dass sie nicht mehr runterfallen konnte. Dankbar dafür, fand ich dann aber doch, dass er etwas nah kam mit seinen Beinen. Luise meinte “Der sitzt dir ja gleich auf den Schoß!” Nicole machte ihn auf Hindi darauf aufmerksam und sorgte dafür das er etwas Abstand nahm. Kurze Zeit später stieg er aus, erleichtert lehnten wir uns wieder zurück. Der Bus wurde dann aber immer voller und es setzte sich wieder ein Mann auf diesen Paltz, der soeben leer geworden war. Wir hätten nicht gedacht, dass das eben erst der Anfang war. Der Mann, der nun dort saß und auf den ich freien Blick hatte, kratze sich verdächtig oft an seinem “Besten Stück”. Erst machten wir noch Witze darüber, aber dann verschlug es uns die Sprache und ich wurde immer kleiner auf meinem Platz… Dieser Mann ging tatsächlich vor all diesen Leuten hier im Bus seinen Fantasien nach. Wir glaubten nicht was da geschah…aber es passierte tatsächlich! Wie waren froh als wir aussteigen konnten. Nun verzichteten wir zwar lieber auf die ca. 3 stündige Reise zum Taj Mahal während unseres Indienaufenthalts, da wir dort allein hinfahren hätten müssen mit BUS, aber trotzdem mochten wir Indien und seine Menschen auch nach diesem Erlebnis noch. Die Sache war auch recht schnell “vergessen”, zumal er ja auch von uns nichts wollte. Wir machten uns mit der Rikscha auf den Weg zum Kinderheim und freuten uns riesig auf den Nachmittag. Als wir ankamen, hielten die Kinder schon Mittagsruhe. Wir aßen schnell was, ruhten uns einen Augenblick aus und bastelten dann etwas Geburtstagsdeko, damit MARY eine richtige Geburtstagsfeier bekam. Wie der Zufall es wollte, hatten wir viele Luftballons auf Deutschland mitgebracht. :) Wir schmückten die Dachterrasse mit Girlanden, Luftballons und stellten auf eine Decke den dekorierten Kuchen, Gläser und den Saft, den Urmila extra gemacht hatte und auch Musik durfte nicht fehlen. :)

Geburtstagsvorbereitung

Geburtstagsvorbereitung

Black Forest Cake

Black Forest Cake

Auch Yohan freut sich auf die erste Geburtstagsparty seiner Schwester

Auch Yohan freut sich auf die erste Geburtstagsparty seiner Schwester

Auch YOHAN freute sich für seine große Schwester und als wir alle Kinder geholt hatten, durfte auch MARY endlich ihre Überraschung sehen und die Kerzen auf ihrem ersten eigenen Geburtstagskuchen auspusten :) Wir entschieden uns vorher alle gemeinsam für englsich und sangen:

“Happy Birthday tou you”

Happy 14th Birthday Mary!!!!

Happy 14th Birthday Mary!!!!

Jeder sollte vom ersten Stück Torte abbeißen

Jeder sollte vom ersten Stück Torte abbeißen

Auch für little Kamal gab es einen Haps

Auch für little Kamal gab es einen Haps

Happy Birthday-Girl

Happy Birthday-Girl

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Dancingqueen Mary im neuen T-Shirt

Dancingqueen Mary im neuen T-Shirt

Anne-Didi, Urmila-Didi, Geeta-Didi und Luise Didi <3

Anne-Didi, Urmila-Didi, Geeta-Didi und Luise Didi ❤

Wir feierten einen wundebaren Geburtstag für und mit MARY, den ersten in ihrem Leben. Es gab leckere Torte, wir tanzten, lachten, erzählten und spielten. MARY tanzte uns zu “Ooh la la Tu Hai Meri Fantasy” was vor. Inzwischen konnten auch Luise und ich den indischen Song mitsingen, denn er lief hier jeden Tag rauf und runter. Eine wunderbare Erinnerung, wie wir später in Deutschland feststellten. Wenn uns das Fernweh packt und wir unsere Lieben in Indien vermissen, dann schallt dieses Lied in Deutschland durchs ganze Haus! :D Alle hatten ihren Spaß – für uns alle ein unvergesslicher Tag.

Doch einen Geburtstagswunsch hatte MARY noch. Sie wünschte sich einen Out-Going-Day mit Juma, Nicky, Luise und mir. Diesen Wunsch erfüllten wir ihr 3 Tage später :)

Der schöne Tag ging zu ende und nach dem Abendbrot fielen wir diesmal wirklich total kaputt ins Bett. Nach ca. 1 Stunde Schlaf schwärmten wir aber doch nochmal von den strahlenden Gesichtern von MARY, YOHAN, MILAP und KAMAL. Auch die lieben Pflegerinnen Urmila und Geeta schienen an diesem Tag besonders glücklich, obwohl sie eigentlich jeden Tag gute Laune versprühen und die Kinder zum Lachen bringen. :) Wir redeten noch eine Weile und schliefen dann glücklich wieder ein.

Am nächsten Morgen freuten wir uns, wie jeden Tag  , auf das was kommen sollte. MARY wollte mir gern die Haare machen und das durfte sie auch. Eine hübsche rote Blume, die sie am Tag zuvor zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, steckte sie mir an den geflochtenen Zopf. Sie wollte, dass ich sie nun trug, was ich gern tat! :)   Da sich die Physiotherapeutin an diesem Tag krank meldete und Nicky noch etwas erledigen musste, fragte sie uns ob wir uns vielleicht an diesem Vormittag um die Kinder kümmern könnten! Natürlich konnten wir und wir wollten auch!! :) Urmila und Geeta kümmerten sich um den Haushalt und kochten, wie jeden Tag prima! Wir entschieden uns für einen Spaziergang mit den Kindern. Wir hatten Spaß und haben erzählt, soweit das in 3 verschiedenen Sprachen möglich war ;) Dann trafen wir eine Frau die ununterbrochen auf Hindi auf uns einsprach… auf Englisch machte ich ihr klar, dass ich sie nicht verstehen kann. MILAP, der auch sehr gut englisch spricht, redete mit der Frau auf Hindi und übersetzte uns das Gesagte. Sie berichtete von ihrem Sohn, der Bewegungsstörungen hat und sie wollte wissen wo wir hingehören und ob man ihr dort helfen kann. MILAP gab ihr zu verstehen, dass sie sich am Abend gern beim Kinderpflegeheim melden kann und nach Nicole fragen muss. Sie bedankte sich und verabschiedete sich freundlich. Auf dem Weg zurück nach Hause, sahen wir ein kleines Mädchen mit einem großen Sack über der Schulter und fragten uns wieso dieses kleine Mädchen einen Sack trug, der fast größer war als sie selbst. Diese Frage beantwortete sich fast von selbst. Als wir vor dem Kinderpflegeheim standen, öffnete sich die Tür. Die kleine holte Müll ab, wahrscheinlich um ihrer Familie zu helfen… Ein trauriges Bild für uns, was hier für die Menschen in Indien so normal war… Zurück beschäftigten wir uns weiter mit den Kindern, spielten Housie und lachten viel. Wir aßen mit den Kindern gemeinsam Mittag und verabschiedeten sie in die Mittagsruhe. Luise und ich waren schon gespannt auf den Nachmittag.

Nicole erzählte uns kurz nach unserer Ankunft in Indien von einem Tierheim/einer Tierauffangstation, was sie sich soweiso mal ansehen wollte und meinte, dass es ja vielleicht eine gute Idee wäre, es zusammen anzuschauen. Ich war begeistert von der Idee! Schon immer wollte ich ein Tierheim im Ausland besuchen, dass es sowas auch in Indien gibt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Da ich selbst ja schon in  Deutschland in einem Tierheim gearbeitet hatte und nun beim Tierarzt tätig bin, war ich ganz besonders gespannt, aber ahnte, dass uns nichts wirklich schönes erwarten würde… Auf ging es also am Nachmittag zum

“Sonadi Charitable Trust”

Sonadi Charitable Trust

Sonadi Charitable Trust

Wir wurden freundlich empfangen und eine nette Mitarbeiterin führte uns rum. Es war meist kein wirklich schöner Anblick…aber man muss dazu sagen, dass sie dort eben nicht solche Möglichkeiten haben wie hier…leider. Dennnoch geben sie sich wirklich große Mühe!

"Hundehaus"

„Hundehaus“

Tierrettungswagen

Tierrettungswagen

 Es werden Straßenhunde und -Katzen eingefangen und kastriert um die Geburtenrate zu vermindern (Bild unten links: frisch kastriete Hündinnen, die gerade aus der Narkose erwachen), es gibt Anti- Tollwut – Kampagnen, Rettungsdienste für verletzte und verunfallte Tiere und und und… Viele Hunde können sich frei auf dem Gelände und im ganzen Haus bewegen. Die meisten abgetrennten Räume/Gehäge befinden sich im Haus, leider kann man hier nicht wirklich mit kuschligen Decken, Körbchen oder ähnlichem arbeiten, da es nicht mit der Hygiene zu vereinbaren wäre… Katzen waren wirklich nur die paar da, die unten auf dem Bild zu sehen sind.

Hunde im Außengehäge

Hunde im Außengehege

frisch kastrierte Hündinnen, die später wieder dort hin dürfen, wo man sie eingefangen hat

frisch kastrierte Hündinnen, die später wieder dort hin dürfen, wo man sie eingefangen hat

Jetzt werden Welpen gekuschelt

Jetzt werden Welpen gekuschelt

Katzen im Sonadi

Katzen im Sonadi

Operationsraum

Operationsraum

 Für die Bilder, hatte ich übrigens eine Erlaubnis bekommen, sonst hätte ich mich gar nicht getraut einfach Bilder zu machen. Nicole berichtete “She works at an veterinary surgery in Germany. She is an veterinary assistant” Das schien recht gut anzukommen. ;) Irgendwann hatten sie dann sogar die Chefin am Telefon, die leider nicht da sein konnte. Sie sprach mit Nicole und meinte, dass sie sich freuen würden, wenn wir Ideen zur Verbesserung hätten oder nochmal hinkämen. Leider sagt sich sowas immer leichter als es getan ist…. Sie geben sich Mühe und tun was in ihrer Macht steht. Gerade als wir dort ankamen, hat übrigens ein kleiner Mischling ein neues zu Hause bekommen und wurde von seinen neuen Besitzern abgeholt. :)

Wir verließen die Einrichtung mit etwas gemischten Gefühlen….

Zurück ging es, genau wie hin, mit dem Bus. Es war wieder mal sehr amüsant, wie wir alle 4 schnell in den Bus sprangen :D Auf dem Weg von der Bushaltestelle schlenderten wir noch etwas durch das Wohngebiet. Wir holten Bilder ab, die Nicole für die Alben der Kinder und für die Wand im Eingangsbereich des Kinderpflegeheims entwickeln lassen hatte, schauten uns an wo eine Schule ist, auf die die Kinder evtl. gehen könnten und trafen dann ein paar nette Gesellen ;) Uns viel auf, dass egal wie schmutzig es in Indien ist, die Lehmwege werden gefegt und die Kuhfladen sorgfältig zum trocknen gelegt und gestapelt.

PS : Ich finde, der Kleine mit dem ich hier Bekanntschaft machte, sieht ein wenig aus wie Fuchur von der “Unendlichen Geschichte” :)

Eine unendliche Geschichte

Eine unendliche Geschichte

Kuhfladen ohne Ende

Kuhfladen ohne Ende

Zurück zu Hause freuten sich die Kinder schon auf uns 4. Nun wurden erstmal die Bilder im Eingangsbereich ausgewechselt. Auch die Kinder bekamen ihre Bilder. JEDES Kind hat ein eigenes Album in denen es viele schöne Erinnerungen von gemeinsamen Aktivitäten, Erfolgen oder Tagen mit lieben Besuchern gibt. Sie zeigten uns die Bilder voller Stolz und erkläreten uns alles ganz genau.  Es war schön sie so glücklich zu sehen! Nun gibt es auch schöne Erinnerungen von unserem Besuch in diesen Alben und wir hoffen, dass sie uns genau so mit Freude in Erinnerung behalten, wie wir sie :)

Dann ging es wieder zum Spielen auf die Terrasse. Später mussten die Kinder zum lernen runter und wir bekamen noch eine süße Überraschung – JALEBI

JALEBI- zuckersüßes indisches Gebäck

JALEBI- zuckersüßes indisches Gebäck

Ein süßes klebriges Gebäck aus Indien. Da wir ja nun oft (also eigentlich jeden Tag) ungewohnt gewürzt aßen, war es was besonderes und wir freuten uns über diesen fremden Gaumenschmaus! Uns erinnerte es (wenn man es denn vergleichen kann/soll) irgendwie an Spritzkuchen, den man ja hier in Deutschland kennt. Es war wirklich richtig doll süß, aber total lecker und noch warm :)

Am Abend, es war schon dunkel draußen, klingelte es an der Tür…. Davor standen tatsächlich die junge Frau, die wir am Vormittag beim Spaziergang trafen und ihre Familie. Nicole nahm sich Zeit für ein Gespräch und hörte sich die Geschichte über den kleinen Jungen an. Wir zogen uns in unser Zimmer zurück, denn wir wollten nicht stören und wussten nicht ob es der Familie vielleicht auch unangenehm ist wenn wir dabei sitzen und Hindi verstehen wir ja sowieso auch nicht. Nach einer ganzen Weile bedankten und verabschiedeten sie sich. Nicky berichtete uns dann, dass der Kleine es zu Hause wohl gut hat, sich die Eltern sehr gut um ihn kümmern und ihren Sohn lieben. Medizinisch wird auch das getan, was getan werden kann und mehr kann man eben nicht tun… Deswegen haben sich am Ende alle geeinigt, dass der kleine Mann bei seiner Familie im eigenen zu Hause bleibt. :) Dieser Besuch einer hilfesuchenden Famile war nicht der einzige. Es kamen im Laufe unseres Aufenthals noch 2 oder 3 weitere. Alles ging so ähnlich aus wie hier, nur eine Geschichte hatte ein etwas anderes Ende… Eines Abends kam wieder eine Familie, sie kamen von weit her aus einem kleinen Dorf. Ihr Sohn KARAM PAL (20J.) ebenfalls behindert, hat mit schweren Muskelzuckungen zu kämpfen. Die Eltern lieben ihren Sohn und kümmern sich so gut sie können. Nach einem ausführlichen Gespräch mit Nicole, wurde KARAM PAL bei Human Dreams aufgenommen, kann aber bei seinen Eltern zu Hause bleiben und wird “nur” durch Hausbesuche und medizinisch unterstützt! :) Inzwischen haben wir erfahren, dass es ihm schon besser geht und er relaxed auf einen Stuhl sitzen kann.

In Indien haben nicht alle Kinder so liebevolle Eltern wie diese Jungs, die mit ihrer Familie den Weg zu Nicole fanden, ganz im Gegenteil. Kinder müssen oft arbeiten, sind nicht gewollt oder werden zu Hause nicht gut behandelt. Wir haben in unserer ja nicht all zu langen Zeit in Indien viel Elend gesehen, aber können nur erahnen, was Nicky schon alles in indischen Waisenheimen oder in den Slums gesehen hat… Auch fiel uns auf, dass die indischen Mädchen ganz oft ganz kurze Haare hatten und kaum als Mädchen erkennbar waren. Mädchen/Frauen haben hier halt keinen hohen Stellenwert…. In ihren Büchern hat Nicole von einigen  abgemagerten und schlecht behandelten Kindern berichtet und eindrucksvolle Bilder gezeigt.

Um diesen Kindern zu helfen und auf ihre Schicksale aufmerksam zu machen, ist es um so wichtiger, dass es so tolle Menschen wie Nicole & Juma, ihre “Mitarbeiter” und all die Menschen, die Human Dreams unterstützen gibt! Danke!!

Der Tag endete wie eigentlich fast jeder. Wir aßen wieder gemeinsam mit den Kindern, Nicole und Juma Abendbrot (Urmila und Geeta leisteten uns immer Gesellschaft und kümmerten sich um unser Wohl. Sie selbst aßen aber erst nach uns), witzelten noch etwas rum, gingen dann nach den Gutenachtküssen  “duschen” und ab ins Bett. Wieder wurde geredet und gelesen und sich richtig doll auf den nächsten Tag gefreut! Ob MARY wohl schlafen konnte!? :)

Der nächste Morgen kam schnell. Den Vormittag verbrachten wir mit den Kindern und wir konnten ins Internet um uns mal in Deutschland zu melden. (Mein Mann rief jeden Abend an – danke! Ich liebe dich!)

Und dann war es soweit! Out-Going Day nur für MARY [und für uns ;) ] !

Auf gehts!!!

warten auf die Metro

warten auf die Metro

Das erste Mal mit der Metro unterwegs (direkt in der Metro war das fotografieren leider verboten). MARY, Luise und ich waren ganz schön gespannt, was wir wohl so alles zu Geischt bekommen würden :) Bei der Metrostation waren Luise und ich erstmal wieder ganz schön beeindruckt! Überall wieder diese finster schauenden Inder mit großen Gewähren, dann mussten wir durch Metaldetektoren laufen, unsere Taschen auf ein Laufband zum durchleuchten legen und nochmal in eine Arte kleine Kabine, wo uns eine Frau nochmal abgetastet hat. Welche Technik (waren wir schon gar nicht mehr gewohnt) und es wurde mal wieder die Terrorismusangst deutlich. MARY fand die Rolltreppen etwas unheimlich, aber dieses Problem meisterten wir dann alle gemeinsam mit ihr und kurze Zeit später waren wir dann am Connaught Place. Hier waren wir nun also wirklich mitten in New-Delhi, da wo es normaler Weise die meisten Touristen hinverschlägt. Für MARY gab es dann erstmal ein Eis :) Wir tranken Pepsi und Nicky organisierte uns ein Taxi.

Connaught Place

Connaught Place

am Connaught Place

am Connaught Place

Dann ging es zu Humayun´s Tomb – das Mausoleum (die Grabstätte) von Nasiruddin Muhammad Humayun, dem zweiten Herrscher des Großmogulreiches von Indien. Wir hatten Glück, dass wir noch rein kamen. MARY durfte als Kind umsonst rein, wir hingegen mussten 250 Rupien zahlen, was umgerechnet nur 3,70 € oder so sind und somit nicht viel für uns, allerdings galt dieser Preis nur für Ausländer! ;) Ganz schön frech, aber naja uns taten die 3 Euro ja nun wirklich nicht weh. Die Einheimischen mussten, glaube ich, ca 20 Rupien oder so bezahlen.

Trotzdem hat es sich gelohnt und war wunderschön! Echt eindrucksvoll und vor allem konnten wir MARY eine große Freude machen: :)

Für sie waren schon die tollen farbigen Blumen ein Highlight. :)

Mary im Blumemmeer

Mary im Blumemmeer

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Humanyuns Thomb

Humayun-Mausoleum

Als besonderes i-Tüpfelchen zeigte sich dann noch ein traumhafter Sonnenuntergang  über Delhi – es war sooooo schööön!!!!

Traumhafter Sonnenuntergang über Delhi

Traumhafter Sonnenuntergang über Delhi

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Dann machten wir uns auf den Weg zum India-Gate. Wir sahen es schon aus der Ferne leuchten, doch der Taxifahrer wollte nicht bis ganz dicht ranfahren, also stiegen wir aus und gingen den Rest zu Fuß. Wir mussten über eine große Wiese, die etwas matschig war. Plötzlich tauchten eine Gruppe Jugendlicher auf. Die Jungs wollten Bilder mit uns und vor allem Juma machen. Juma wird in Indien manchmal gefeiert wie ein Hollywood-Star ;) Erst war es auch ganz lustig, doch dann wurden sie aufdringlich und der eine Junge (vielleicht 17 Jahre alt), sah mir direkt in die Augen und meinte ” I wanna fuck you!”. Ich dachte, ich höre nicht richtig…und drängte mich an ihm vorbei. Nicole und Juma wiesen darauf hin, dass es jetzt reicht und sie uns in Ruhe lassen sollten. Wir wurden etwas schneller und entfernten uns von der Truppe. Da es schon recht dunkel war und wir schnellen Schrittes unterwegs waren…stapfte ich voll in so ein Matschloch… Was da sonst noch alles so lag usw wollte ich lieber gar nicht wissen! Ihhhh, alles nass in meinem Schuh…. :D

Als wir dann vorm India-Gate standen, war das aber schon wieder alles vergessen. Im Zentrum des Gates befindet sich ein schwarzer Sarg mit einer brennenden Flamme die immer in Erinnerung an die gefallenen Landsleute brennt.
Wow, so viele Menschen!

India Gate

India Gate

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Nicky und Luise holten mit MARY etwas Knabberkram und Juma und ich wurden von einem Vater mit seiner ca. 13 jährigen Tochter angesprochen. Sie wollte uns unbedingt die Hand geben und ein Foto mit uns machen. Der Papa und sein Mädchen strahlten übers ganze Gesicht und bedankten sich herzlich – voll süß! :) Wieder mit den anderen zusammen, sahen wir uns um. Alles war bunt und überall war was los. Menschen, die auf Decken auf den Wiesen saßen, viele Straßenhändler mit Ballons, Chips, irgendwelchem Spielzeug, Armbändern und und und… Dann stand plötzlich wieder ein kleines bettelndes Mädchen vor uns. Da wir gerade eine Chips-Tüte geöffnet hatten, sagte Nicole uns, dass wir dem kleinen Mädchen ein par Chips geben können wenn wir wollten. Das taten wir bzw MARY. Erst schaute die Kleine etwas ungläubig, aber dann setzte sie sich an den Rand und aß die Chips. Ein paar Meter weiter sprachen uns wieder zwei Männer mit mehrern kleinen Kindern an. Sie drückten Juma ihr Baby in die Hand, wir bekamen jeder ein kleines Mädchen an die Hand und wieder wurden Bilder gemacht. (Bild zweite Reihe re:Nicky mit zwei von den kleinen Mädchen) Gern hätte ich auch so ein Bild gehabt von uns allen mit den vielen Kleinen, aber die eigene teure Kamera aus der Hand zu geben, überlegt man sich dann doch lieber 2 mal…

Happy Human Dreams India Family

Happy Human Dreams India Family

Nicky mit fremden Kids - Foto für Familienalbum der  Indischen Familie

Nicky mit fremden Kids – Foto für Familienalbum der Indischen Familie

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann auch noch zum Red Fort (in Indien eher als Lal Qila bekannt ), eine Festungs- und Plastanlage aus der Epoche des Mogulreiches, seit 2007 Unessco Weltkulturerbe. Am Abend gab es hier immer eine Sound and Light – Show, diese wollten wir uns ansehen. Erst dachten wir schon es wäre nichts los, weil wir kaum Menschen sahen. Nachdem wir Eintritt bezahlten und uns Mitarbeiter mit Taschenlampen den Weg zeigten, erschienen vor uns dann plötzlich doch Bänke mit einigen Menschen. ;) Wir genossen die Geschichte auf Englisch und die vielen bunten Lichter. Was für ein Open Air – Kino! :)

Red Fort Delhi - Lal Qila

Red Fort Delhi – Lal Qila

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Dann machten wir uns auf den langen Rückweg. Nach all den schönen Dingen, die wir heute erlebt hatten, folgte nun noch einmal die andere Seite von Indien. Um auf die andere Straßenseite zu gelangen, mussten wir durch eine Unterführung, in der wir ganz schön um Atem rangen. Leider wird diese Unterführung nicht nur dafür genutzt um auf die andere Seite zu gelangen, sondern auch um sich aus sämtlichen Körperöffnungen  zu entleeren… Der Gestank war kaum auszuhalten. Endlich wieder an der “frischen Luft” gingen wir noch ein Stück, bis wir eine Auto-Rikscha gefunden hatten. Auf dem Weg dort hin, sahen wir dann ein paar Gebäude an/vor/ aus denen ganz viele kaputte Kabel hingen, unglaublich. Wir kamen an einem großen Gebäude vorbei, vor dem jetzt so spät noch viele Menschen anstanden. Nicole erzählte uns, dass es eine Einrichtung für Obdachlose und Bedürftige ist, die eine Mahlzeit möchten/brauchen. Links und rechts von uns mitten auf den Wegen und auch auf dem kleinen Mittelstreifen direkt auf der Straße lagen ganz viele Obdachlose, teils mit einer kleinen ollen Decke, teils einfach auf der nackten Straße. Sie hatten sich zum Schlafen bereit gemacht. Es war wirklich schlimm…Wir mussten teilweie fast über sie drüber steigen. Uns fiel ein Mann auf, dessen Arm halb auf der Straße lag. Wir stellten uns schon vor wie ein Auto drüber fährt… Er bekam wohl mit, das wir ihn ansahen. Mit einer Geste machten wir auf seinen Arm aufmerksam. Er nahm ihn an sich ran, lächelte und schlief einfach weiter. Ich habe noch nie einen so traurigen Anblick wie auf dieser Straße gesehen….

Hilfe für Bedürftige

Hilfe für Bedürftige

Old Delhi

Old Delhi

Mit der Rikscha fuhren wir durch Old Delhi, ein Abenteuer. Es ging zur Metro zurück und ab nach Najafgarh. In der Metro zückten dann schon wieder ein paar Jungs ihr Handy und machten Foto´s. ;) In der Metro in Indien gibt es übrigens extra Waggons für Frauen, zu denen also keine Männer Zutritt haben. Falls ihr Frauen euch also mal auf den Weg nach Indien macht, könnt ihr auch nachts ohne Probleme mit der Metro fahren ohne angst vor fremden Männern haben zu müssen. Wir fuhren in einem mormalen Waggon, da wir ja in männlicher Begleitung waren. :)

Es war ein ganz wunderbarer Tag, mit Eindrücken und Erlebnissen, die wir nie vergessen werden.  Jetzt fielen wir alle erstmal hundemüde ins Bett und verarbeiteten unseren Ausflug :)

In alter Frische wurde am nächsten Tag wieder schön mit ALLEN Kindern gespielt und wir bekamen sogar Besuch von einem lieben Nachbarsjungen, der sich zu freuen schien auch mal die Deutschen kennenzulernen ;) Wir spielten einige Runden Housie und lachten wie immer viel :)

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Wir spielen Housie

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Nachbarsjunge kommt den Besuch aus Deutschland „besuchen“ 😉

 

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Strahlemann Kamal

Nach so vielen aufregenden Tagen und auch den  bevorstehenden packenden Tagen, ließen wir es heute mal ruhig zugehen. Es wurde einfach nur gespielt, gelacht, gekuschelt, erzählt und Bilder angesehen. Auch mein Album, welches ich dabei hatte, wurde begutachtet. Alle waren interessiert und freuten sich meinen Mann und all meine Tiere mal zu bekommen.

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Nach diesem also ruhigen, aber sehr schönen Tag, gingen wir  in unser Bettchen und machten es uns wieder mit dem Buch gemütlich. In der Nacht hielten uns dann seltsame Geräusche wach… Es war richtig laut und hörte sich an, als würde ein Tier direkt vor unserer Haustür sitzen. Ob ein Affe oder doch ein Vogel…wir wussten es nicht. Es klang aber irgendwie witzig und wir stellten uns die seltsamsten Tiere vor. Rausbekommen haben wir aber bis zum Schluss nicht, was es für ein Tier war. Die Hunde, die jede Nacht bellten, die erkannten wir aber. Obwohl es klang, als würden sie direkt vor unserer Tür sitzen, waren sie nie zu sehen.

Der nächste Morgen begann gleich nach dem Frühstück wieder sehr aufregend.  Für MARY und YOHAN war dies ein besonderer Tag. Ein Besuch in einer Schule in der Nachbarschaft stand an. Die beiden sollten gleich einen Test schreiben, nach diesem Test sollte entschieden werden ob die beiden absofort diese Schule besuchen dürfen. Sangeeta kam und begleitete uns.

Die Schule hatte einen kleinen hübschen Innenhof, mit einem bunt geschmückten Baum in der Mitte des Platzes.  Nach einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin, betraten wir mit den Kindern einen kleinen, recht dunklen, aber liebevoll eingerichteten Unterrichtsraum. Die Kinder setzten sich und machten sich sogleich an ihre Tests, wir warteten im Hof….

Am Ende stellte sich diese Schule etwas quer… Doch schon bald nach unserer Abreise sollte sich der Wunsch, zur Schule zu gehen, für die beiden Geschwister doch noch erfüllt werden.

Während die Kinder Mittagsruhe hielten, gingen Luise und ich zu unserem “Kiosk-Mann des Vertrauens” ;)

Ganz in der Nähe des Kinderpflegeheims verkaufte ein freundlicher Mann aus einem Fenster Getränke, Chips, Kekse, Schokolade, Milch und und und… Nachdem wir ein paar mal mit Nicky dort hielten, trauten wir uns inzwischen auch allein hin ;) Er lachte uns immer sehr freundlich an und wusste schon fast, ohne das wir was sagten, was wir wollen. Am Ende unserer Reise besuchten wir ihn auch nochmal um “tschüss” zu sagen und weil Luise unbedingt die tollen Masala-Chips mit nach Deutschland nehmen wollte. Er wunderte sich etwas, was wir mit so vielen Chips wollen und musste lachen. Nicole erklärte ihm, dass wir zurück nach Deutschland müssen und es dort solche Chips nicht gibt. Wir dachten dann, dass er so einen großen Umsatz auf einmal wohl lange nicht machte ;) Und auch wenn wir mal wirklich nur vorbei gingen bekamen wir ein freundliches mit einem Lächeln unterstrichenes “Namaste”. Leider haben wir gar kein Foto mit ihm gemacht. Naja nächstes Mal ;)

fast ein Indian Girl  *knutsch*

fast ein Indian Girl *knutsch*

Danach machten wir es uns kurz im Eingangsbereich in der Sitzecke gemütlich, bis wir auf lustige Geräusche aufmerksam wurden. Ein kleiner Nachbarsjunge stand auf der Mauer gegenüber und beobachtete die deutschen Mädchen durch das Tor. Hihi. Immer wenn wir hinsahen versteckte er sich schnell. Wir machten mit bei dem Spiel und machten abwechelnd “kuck kuck ” und versteckten uns dann. Er fand das super lustig und wir fanden es süß, dass er sich über so eine Kleinigkeit so sehr freuen konnte!

Am Nachmittag hatten wir dann nochmal was ganz besonderes vor. Wir waren etwas aufgeregt und sehr gespannt was wir heute wohl erleben würden. MILAP hat wahrscheinlich noch irgendwo einen Opa und den möchte er gern finden. Also machten wir uns auf den Weg zu einem Kinderheim, welches Kontakt zu einem Mann hat, der Verwandte ausfindig macht. Das muss ganz schön aufregend für ihn gewesen sein und er freute sich über diesen Ausflug. Wir  fragten uns, was uns da wohl erwarten würde, denn das die Kinder dort nicht so ein schönes zu Hause hatten, wie die Kinder von Human Dreams dachten wir uns schon..

Unterwegs gab es aber erstmal noch einiges zu sehen!

Gleich bei uns um die Ecke gab es einen kleinen Tempel, daneben stand ein großer Baum (auch auf dem Bild zu sehen). Vor den Bäumen stehen oft Firguren der indischen Götter , rings herum Opfergaben (meist Lebensmittel).

Tempel nahe des Kinderpflegeheims

Tempel nahe des Kinderpflegeheims

Gott Ganesh unter dem großen Baum

Gott Ganesh unter dem großen Baum

Indian Woman

Indian Woman

Und dann sahen wir etwas, womit wir hier in Indien nun gar nicht gerechnet haben und was uns die Tränen vor Lachen in die Augen trieb!

Ein Friseursalon an dem groß Leonardo DiCaprio mit einem Bild von 19hundert-Frühling prangte und das hier in INDIEN :D

Leonardo DiCaprio am Indischen Friseur-Salon

Leonardo DiCaprio am Indischen Friseursalon

MILAP fragte Nicky wieso wir so lachen. Sie erklärte ihm, dass an dem Laden eine Werbung mit einem Schauspieler der in Deutschland und Hollywood ganz bekannt ist, hängt. Das fand er auch irgendwie witzig. Kurz danach wieder ein Friseursalon…diesmal mit Nick Carter von vor 18 Jahren :D

Wir hielten nach einer Rikscha Ausschau.

Wir fuhren eine Weile durch Najafgarh und dann mussten wir noch ein ganz kleines Stück zu Fuß gehen. Milap haben wir dabei natürlich so gut es ging unterstützt.

Dann lernten wir endlich die Kinder vom “Sweet Home – Childrens Village” kennen! :)

Wir wurden sehr herzlich von den Kindern begrüßt und bekamen ein Glas Cola. Sie zeigten uns wie sie hier lebten und wir konnten kaum glaube, was sie erzählten.. Sie zeigten uns ein kleines Zimmer mit, ich glaube, 5 Betten und ein paar…ja wie soll ich sagen, es sah aus als wären es Holzbretter. In diesem Zimmer schliefen ca 15 Kinder, die ganz Kleinen der Hygiene wegen auf diesen Brettern…lässt sich wohl leichter reinigen, fals sie in die Hose machen :(   Sie sind so ziemlich den ganzen Tag auf sich alleine gestellt, aber wenigstens zum kochen kommt jeden Tag jemand. Wir bewunderten sie , wie glücklich und zufrieden sie trotzdem schienen. Sie wollten mit uns reden, tanzen und und und. Das ein oder andere Kind war etwas schüchtern, aber neugierig waren sie alle ;) Sie waren so freundlich und geben sooo viel Liebe. Es war traurig zu sehen, wie sie hier leben… Wir dachten wieder daran wie gut es uns doch in Deutschland geht. Jeder hat sein eigenes Bett oder gar sein eigenes Zimmer, eine liebevolle Familie und und und…. und trotzdem sind viele nicht zufrieden und wollen immer nur noch mehr….

Mit der Kommunikation klappte es wunderbar, denn alles was wir oder die anderen Kinder nicht verstanden wurde uns von MILAP auf Englisch oder den anderen auf Hindi übersetzt. :)

Irgendwann meinte MILAP “I don´t like Ladies”, aber das änderte sich dann wohl recht schnell, denn er verstand sich mit allen prima ;)

Mit den Kindern vom Sweet Home

Mit den Kindern vom Sweet Home

Unser Milap zwischen all den hübschen Mädchen

Unser Milap zwischen all den hübschen Mädchen

der zuckersüße Raoul eroberte unser Herz im Sturm

der zuckersüße Raoul eroberte unser Herz im Sturm

Als wir uns verabschiedeten, fragten sie ob wir nicht zum Abendbrot bleiben wollten, aber wir mussten los. Dann fragten sie ob wir  nicht bitte am Samstag, wenn Nicole noch einmal mit MILAP wiederkommen würde, um evtl. was neues zu erfahren wegen der Suche nach seinem Opa, mitkommen könnten. Es fiel uns sehr schwer in die gespannten Gesichter zu sehen, die eine etwas traurige Miene machten, als Nicole erklärte, dass es leider nicht ginge, da wir schon am Freitag zurück nach Deutschland fliegen würden.

Pünktlich zum Abendbrot waren wir zurück, um mit allen Kindern gemeinsam zu essen. Nachdem wir allen Kindern Gute Nacht gesagt hatten, gingen wir ins Bett und redeten noch lange über diesen Tag…. Was wohl die kleinen Kinder vom Sweet Home jetzt machen!?

Es brach der nächste Tag an und wir machten uns früh auf die Socken. Gemeinsam mit Nicky und YOHAN fuhren wir gleich nach dem Frühstück mit einem, für den Tag gemieteten, Taxi den weiten  Weg zum Indian Spinal Injury Centre (einem guten Krankenhaus). YOHAN sollte seinen Gips endlich abbekommen und eine spezielle Schiene für seinen Fuß erhalten. Außerdem holten wir unterwegs den kleinen SONUWAR (ca. 1  3/4 Jahre) und seine Mama aus dem Slum ab… SONUWAR hat ebenfalls Klumpfüße und kann deswegen nicht laufen, das soll geändert werden :)

Es war wie eine Fata Morgana….
Wir warteten direkt im Slum vor den “Toren” der Cheetla Colony, um uns herum alles voller Müll und freilaufender Schweine, Behausungen aus Pappe, Planen und Müll. Kinder aßen Dinge von der Straße, wo eben noch die Schweine wühlten und dann war da plötzlich diese Frau…
Eine Erscheinung wie eine Prinzessin, in ihrem leuchtend pinken Gewand… Wir trauten unseren Augen kaum, es war wie eine Fata Morgana, als diese hübsche junge Frau, die alles andere als ein Prinzessinnen-Leben hat, direkt aus dem Müll auf uns zu kam…

“Ragpickers” nennt man diese Menschen…Sie haben keine andere Möglichkeit als von diesem Müll zu leben… :(

(Nachtrag 2014: Ich habe erfahren, dass es diese Colony hier nicht mehr gibt. Die Menschen wurden vertrieben und der Platz wurde mir einem Einkaufszentrum oder ähnlichem bebaut… dadurch gibt es leider auch keinen Kontakt mehr zu Sonuwar und seiner Familie. Das schöne ist, ich nehme es hier einfach mal vorweg, wir wissen, dass Sonuwar das Leben auf seinen eigenen Beinen bestreiten wird!)

Wir begrüßten SONUWAR und seine Mama freundlich, als sie zu uns ins Auto stiegen. Sie lächelte schüchtern, der Kleine sah uns mit großen Augen an. Nicole erzählte uns, dass Sonuwars Mutter sich extra hübsch gemacht hatte, damit man nicht sofort erkennt, dass sie aus dem Slum kommt.

Hier beginnt die Cheetla Colony

Hier beginnt die Cheetla Colony

Schweine wühlen im Müll

Schweine wühlen im Müll

wo eben noch die Schweine waren....

wo eben noch die Schweine waren….

Die Prinzessin aus dem Slum...

Die Prinzessin aus dem Slum…

Der kleine SONUWAR schlief unterwegs relativ schnell ein. Luise und ich sahen unterwegs wie immer gespannt aus dem Fenster, unterhielten uns mit Nicky und beschäftigten uns mit YOHAN, der schon voller Vorfreude war.

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Und dann geschah noch was ganz unerwartetes:  Sowas wie eine Autobahn, mit einer Maut-Stelle. Eine richtige Straße ;)

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Angekommen im Indian Spinal Injury Centre folgten einige Gespräche zwischen Nicky und den Ärzten. Wenn SONUWAR untersucht wurde, warteten wir mit YOHAN draußen. Einmal konnten wir mit rein in einen Behandlungsraum. Klein und sehr einfach ausgestattet, aber sauber. Die Wartebereiche waren nicht so berauschend, aber sonst war dieses Krankenhaus wirklich gut und sauber. Irgendwann musste Nicole wieder mit SONUWAR und seiner Mama zu einem Arzt rein. Sie bat uns bei YOHAN zu bleiben und mitreinzugehen, fals er in der Zwischenzeit aufgerufen wird, zum Gips entfernen und so war es auch. Da der Raum ziemlich klein war, wartete Luise draußen und ich ging mit YOHAN rein. Ich sollte ihn auf eine Liege setzen. Er hat sich hingelegt und die nette Schwester fing an seinen Gips aufzuschneiden. Währenddessen erkundigte sie sich bei mir wie ich heiße, wo ich herkomme, was ich hier mache und meinte das ich eine sehr hübsche junge Frau mit tollen Haaren bin ;) Die Schwester und ich sprachen YOHAN immer wieder gut zu, denn es zwickte wohl etwas beim Gips lösen… Und dann wollte sie die Wunde auch noch sauber machen…das fand YOHAN gar nicht so gut. Er griff nach meiner Hand. Ich hielt sie fest und sagte ihm wie toll er das macht, dann wars auch schon geschafft und ich verließ mit einem glücklichen YOHAN den Raum. Wieder draußen bei Luise, freute auch sie sich für ihn, dass er den Gips los war. Später musste Nicole nochmal mit YOHAN zum Arzt rein, wegen einer speziellen Schiene. Diesmal blieben wir bei SONUWAR und seiner Mama, die auch schon prompt zum röntgen aufgerufen wurden. Also brachten wir sie rein. Nicole sagte schon vorher zu uns, dass es sein könnte, dass sie aufgerufen werden. Auch wenn wir nicht immer alles verstehen, wissen wir mehr über einen Krankenhausbesuch, den SONUWAR und seine Mutter waren noch nie in einem Krankenhaus. Also begleiteten wir sie rein, halfen beim ausziehen des kleinen SONUWAR, der immer wieder anfing bitterlich zu weinen, sobald er nicht direkten engen Körperkontakt zu seiner Mama hatte. Etwas erschrocken, dass die Ärzte schon anfingen zu röntgen, obwohl wir noch alle mit im Raum waren und alle Türen offen waren, verließ ich den Raum. Nicole und YOHAN kamen zu uns. Und einige Röntgenbilder und Tränen später hatte es der kleine SONUWAR dann geschafft. Nun hatten wir uns alle eine Mittagspause verdient. Wir holten uns Instantnudeln und etwas zum Naschen und Trinken aus einem kleinen Krankenhaus-Kiosk und setzten uns auf die Wiese in den Krankenhauspark. Aßen, redeten, alberten umher und beobachteten die Flugzeuge, die zu greifen nah schienen.

Indian Spinal Injury Centre

Indian Spinal Injury Centre

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Yohan freut sich drauf, bald auf eigenen Füßen zu stehen

Yohan freut sich drauf, bald auf eigenen Füßen zu stehen

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Nicky ging mit SONUWAR und seiner Mama wieder rein. Die Röntgenbilder sollten ausgewertet und eine OP besprochen werden. Wir konnten noch ein bisschen die Sonne genießen und mit YOHAN umheralbern. Nachdem wir wieder auf Hindi zählten, konnten wir ihn diesmal überreden doch auch mal auf Deutsch zu zählen. Juhu ;)

Dann musste YOHAN auch nochmal rein und bekam eine spezielle Schiene für seinen Fuß, denn der musste noch etwas gestützt  und durfte noch nicht belastet werden. Dann gab es noch ein Eis und es ging zurück nach Hause.

Zurück im Slum wurde der Unterschied zwischen Mann und Frau und Menschen aus dem Slum und welchen, die nicht aus dem Slum sind nochmal ganz deutlich…auf diese Geschichte, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen… Es wurde aber niemand körperlich verletzt oder so.

Am späten Nachmittag waren wir dann zurück im Kinderpflegeheim und verbrachten den Rest des Tages mit den Kindern. Lachen, tanzen, singen, spielen und erzählen auf der Dachterasse. Wir genossen den Abend sehr! Es war schon der Vorletzte… :(

Den nächsten Morgen verbrachten wir zum Teil im Physiotherapie-Raum, wo Jyoti mit den Kindern ihre Übungen machte. Wir sahen dabei zu und MARY machte mir wieder einmal die Haare.

Bis zum Mittag spielten wir dann mit den Kindern. Unsere Mittagsruhe war heute nicht wirklich ruhig, denn es war der letzte Tag für uns und wir waren schon jetzt traurig… Dann kam Geeta und brachte uns einen Chai.. der letzte hier in Indien….

Der letzte Chai in Indien

Der letzte Chai in Indien

Wir mochten gar nicht an den kommenden Tag denken und so verbrachten wir noch so viel Zeit wie möglich mit den Kindern. Am Abend gingen wir jedoch noch einmal mit Nicky zum Basar, denn wir wollten noch so gern ein paar Tücher haben. Luise wollte unbedingt noch ein paar Gewürze mit nach Deutschland nehmen und wir konnten uns noch einen Teil des Basars ansehen, auf dem wir bisher noch nicht waren.

Gewürzmarkt

Gewürzmarkt

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Tücherparadies

Leider habe ich keine typische indische Kleidung (bis auf die Hose) mitgenommen, worüber ich mich nun sehr ärgere. Die Sachen sind soo toll.. gern hätte ich auch einen Sari oder ein anderes typisches indisches Gewand mitgenommen…. Tücher haben es jedenfalls mehr als genug mitgeschafft, denn alle Freunde und die Familie in Deutschland erwarteten ein tolles typisches Mitbringsel aus dem fernen Land. Die Verkäufer kümmerten sich toll um uns und freuten sich zusehends über diesen Umsatz am Abend ;)

Dann gingen wir noch in ein Geschäft um eine neue Glühbirne für das Aquarium und neue Türgriffe für zwei kleine Komoden zu kaufen…sowas kann ja soooooo lange dauern… Bis Nicole sich Gehör verschaffen konnte, dauerte es eine Weile, denn immer standen noch viele Männer um so einen Verkäufer ringsrum und unterhielten sich angeregt mit ihm über Gott und die Welt und dann muste man ja auch noch tausend mal telefonieren.. Endlich waren wir an der Reihe und wieder wurde uns ein Tee angeboten, den wir wieder dankend ablehnten. Wir wollen doch nur eine Glühbirne und 3 neue Türgriffe. Naja immerhin bekamen wir am Ende alles was wir wollten.

"Affentheater"

„Affentheater“

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Auf dem Rückweg mit der Rikscha, erschien plötzlich hinter uns eine weitere Rikscha, die immer dichter kam. Auf ihr befanden sich 3 oder 4 Jungs. Sie riefen uns zu. Wir sagten “Hi” und mussten lachen, denn sie feuerten den Rikscha-Fahrer immer wieder an schneller zu fahren. Sie gaben wohl ihr Geld nur dafür aus, um uns hinterherzufahren… Noch fanden wir die ganze Sache lustig, bis sie auch ausstiegen, als wir es taten und den Rest bis zum Haus zu Fuß gingen. Sie kamen uns immernoch hinter her, das war langsam nicht mehr ganz so witzig… das brachte Luise auch zum Ausdruck und Nicole meinte, das hätten wir uns allein eingebrockt. Wenn sie nicht da wäre müssten wir das auch allein klären. Hat sie ja auch recht! Aber sie ließ uns natürlich nicht hängen und sagte den 2 übrig gebliebenen Jungs auf Hindi, sie sollen jetzt abhauen. Das taten sie auch. Das war uns eine Lehre und zeigte mal wieder, dass man nicht immer gleich so freundlich sein und sich auf jedes Gespräch einlassen darf.

Zurück  im Kinderpflegeheim wurde das Herz dann langsam schwer… der letzte Abend, die letzten Stunden mit den Kindern waren angebrochen. Nach dem gemeinsamen Abendbrot wünschte uns MILAP eine Gute Nacht, natürlich wieder mit Gutenachtkuss. :)

Nicky und Juma verabschiedeten sich auch zum schlafen gehen und gerade als wir uns auch verabschieden wollten, wurde der Abend bei MARY und YOHAN im Zimmer, gemeinsam mit Urmila dann doch noch etwas länger.

Bilder sagen mehr als Worte ;) !

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Irgendwann mussten wir uns dann aber doch verabschieden. Wir wünschten YOHAN alles Gute für seine nächste OP, die kurz bevor stand und sagten allen wie schön es bei ihnen war und das wir froh sind sie kennengelernt zu haben. Wir wollten uns am nächsten Morgen noch einmal tschüß sagen, leider haben die kleinen Mäuse dann aber doch noch geschlafen und wir wollten sie nicht wecken. Was auch vielleicht ganz gut so war, denn sonst wären wir wohl in Tränen ausgebrochen. Unser Trost war, dass wir uns ja schon am Abend vorher versbschiedet hatten.

Unser Taxi kam viel zu spät, aber trotzdem noch rechtzeitig um uns pünktlich am Flughafen abzuliefern.

Ich hasse lange Abschiede, denn ich bin eine echte Heulsuse! Luise geht es da nicht anders und so hieleten wir den entgültigen Abschied recht kurz, bedankten uns bei Nicky für alles und ließen den Rest der Indischen Rupien (außer ein paar die wir noch für die Taxifahrt und am Flughafen brauchen würden) bei Nicole fürs Kinderpflegeheim. Wir umarmten sie und stiegen dann ins Taxi. Eine gute dreiviertel Stunde Fahrt lag nun noch vor uns, während der wir wehmütig aus dem Fenster sahen.

Beim Flughafen angekommen, bezahlten wir unsere Fahrt mit 500 Rupien, ca. 7,39 €uro (obwohl wir nur ca 450 Rupien hätten zahlen müssen), der Taxifahrer, den wir schon vom Vortag kannten wollte uns 50 Rupien zurückgeben, aber wir sagten ihm das sei schon so ok und er kann sie behalten. Er sah uns mit großen Augen an und konnte gar nicht glauben, was ihm da passierte. Wir sagten ihm nochmal, dass es so ok ist und gingen. Er sah uns noch eine Weile nach mit einem Lächeln im Gesicht.

Nachdem der Wachmann mich nicht ins Fluhafengebäude lassen wollte weil er meinen Namen nicht auf unserem Buchungszettel fand, konnten wir ihn auf dem letzten Blatt ganz klein gedruckt doch noch finden… Er entschuldigte sich und ließ uns rein. Mir ist mein Herz schon in die Hose gerutscht so bös, wie er schaute und vor uns stand mit seinem großen Maschinengewehr… Aber dann lachte er doch noch und alles war gut.

Die großen Elefanten vom Flughafen gebäude, von denen wir schon hörten, sahen wir dann sogar auch noch.

Eines Tages sehen wir uns wieder Indien!

Eines Tages sehen wir uns wieder Indien!

Wir gingen zum Check in und saßen schneller als gedacht im Flugzeug.

Der Boden entfernte sich immer mehr und die Wolken kamen immer dichter… Nun wurde uns nochmal richtig beuwsst, dass unsere wunderbare, abendteurliche und lehrreiche Reise zu Ende war… :(

Ein sehr netter Steward brachte uns im Flugzeug dann aber doch wieder zum lachen. Er hatte zuvor Bilder in der Business Class gemacht und war nun auf den Rückweg durch die Economy Class. Wir waren auf dem weg zur Toilette und wollten ihm Platz machen, aber blieb vor uns stehen und lächelte. Verwundert warum er nicht weiterging, wussten wir nicht so recht was wir tun sollten…. Er sah uns an, lachte und deutete mit seinen Händen darauf hin, dass wir uns zusammen stellen sollten, dann blitzte es auf und er drückte uns ein Polaroidbild in die Hand. :) Danke lieber Steward! :D

Polaroid

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Ich habe mich wirklich wie zu Hause gefühlt und deshalb weiß ich wie wunderschön es die Kinder von Human Dreams India haben :)

Ich werde euch vermissen!

Obwohl wir während unserer Zeit in Indien viel gesehen haben, waren es nicht die Dinge, die Touristen normaler Weise sehen (bis auf bei unserem Out-Going-Day) ;) Wir werden sicher nochmal wiederkommen und uns noch mehr von Indien ansehen, aber bei dieser Reise war uns von Anfang an klar: Wir wollen die Human Dreams India Family kennenlernen, mit und bei ihr leben und das “richtige Indien” erleben!! Das haben wir und darüber sind wir sehr glücklich – ein Erlebnis, dass uns niemand mehr nehmen kann!

Wir danken der gesamten Human Dreams Family für diese wunderbare Zeit. Wir haben sie alle sehr ins Herz geschlossen und denken ganz ganz oft an sie. Oft packt uns auch das Fernweh… dann werden Bilder angesehen von dieser wunderbaren Zeit, unser indisches Lieblingslied ganz laut gehört, ein Film , in dem es um Indien geht geschaut oder in Nicole´s tollen Büchern gestöbert.

Wir haben wirklich viel von dieser Zeit mit nach Hause genommen und es hat einiges verändert…

Ganz besonders danken wir aber Nicole, die uns so viel gezeigt hat und uns fast überall mit hin nehmen konnte. Danke, dass du das alles möglich gemacht hast!!

Ihr leistet wundervolle Arbeit! Die Kinder haben ein großartiges zu Hause bei euch gefunden und wir wünschen euch, dass ihr gemeinsam mit euren Förderern und fleißigen Helfern noch viele viele weitere Träume erfüllen könnt! :) Ich werde dabei helfen, so gut ich kann!

Ich freue mich sehr, dass wir in regelmäßigen Kontakt stehen und es immer wieder tolle neue Nachrichten von euch gibt!!

I will never forget this wonderful time with all of you!

Und so haben wir nicht nur erlebt wie oft hier in Najafgarh Kinderaugen zum leuchten gebracht werden und sich ihre “Human Dreams” erfüllen, sondern auch uns wurde ein großer Traum erfüllt!

In diesem Sinne:

“Hoffnung ist nicht die Gewissheit, dass etwas gut ausgeht, sondern der Glaube daran, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht!”

Weiter Infos auf : https://www.humandreams.org/

Sicher gibt es auch hin und wieder hier unter NEWS was neues von meinen Lieben aus Indien ;)

Von ganzen Herzen Eure Anne

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