Liebeserklärung an meinen Opi und seinen Traktor

Es war ein bisschen wie nach Hause kommen –  Wenn der Duft nach Dung und Traktorengeräusche ein Mädchenherz höher schlagen lassen…

Sonntagnachmittag und wir wollten an die frische Luft. Da fiel uns dieses Plakat vom Ostseetraktorentreffen wieder ein.  Also setzten wir uns ins Auto und fuhren aufs Land. Ich liebe diese hübschen, gemütlichen kleinen Orte, in denen oft noch alte rote Backsteinhäuser stehen und es immer nach Stroh und/oder Dung riecht. Die meisten Leute  aus der Stadt schalten dann schnell die Luftzufuhr vom Auto aus bzw schließen die Fenster. Ich dagegen kann meine Nase dann nicht weit genug in die Luft stecken. Es erinnert mich immer so sehr an meine Kindheit.

Wir parkten auf dem, extra dafür mit Stroh ausgelegtem, Acker. (Es wäre sonst wohl recht matschig gewesen und die meisten Autos wären secken geblieben.) Schon als ich ausstieg, wehte mir dieser tolle, mir so vertraute Duft von frischem Stroh um die Nase.

 

Traktor aus Heu

Traktor aus Heu

Ich hörte das Geräusch der Traktormotoren und fühlte mich ein bisschen, als würde ich nach Hause kommen. Kühe und Schweine waren leider nicht zu sehen (aber vielleicht ein bisschen zu riechen), dafür gab es aber eine große Mühle, ähnlich wie bei dem Bauern damals in unserer Nachbarschaft.  (Dort steht sie heute noch.)

Bockwindmühle in meiner alten Heimat Eldena, 1997 Wiederaufbau

Bockwindmühle in meiner alten Heimat Eldena, 1997 Wiederaufbau

Kellerholländer-Mühle in Krokau beim Traktorentreffen

Kellerholländer-Mühle in Krokau beim Traktorentreffen

Doch was genau findet dieses Mädel nun an Traktoren so toll, fragen sich vielleicht einige…!?

Sie erinnern mich an meine wundervolle Kindheit und den besten Opa der Welt!

Ich verbrachte so viel Zeit, wie ich nur konnte bei meinen Großeltern und anfangs wohnten wir sogar alle zusammen. Morgens zwischen 4 und 5 Uhr war ich immer hellwach und bereit mit Opa auf dem ZT 300 (Das war der Zugtraktor der DDR schlechthin!) auf die Weide zu fahren um die Kühe zu tränken.

DDR Zugtraktor ZT 300 von Opa im September 1991

DDR Zugtraktor ZT 300 von Opa im September 1991

An Tagen wie heute vermisse ich meinen Opa besonders doll, aber ich denke auch lachend an die vielen schönen Jahre mit ihm zurück!

Ein einziges Mal wollte er mich ausschlafen lassen, doch durch das offene Schlafzimmerfenster drang das Knattern des Treckers zu mir rauf. In Windeseile sprang ich aus dem Bett und stand Sekunden später im Schlafanzug und Gummistiefeln auf dem Hof und verfolgte schreiend das große rot-weiße “Monster”. Oma rannte mir , aus Angst ich würde auf die Straße laufen, dem Herzinfarkt nahe, hinterher. Glücklicher Weise sah Opa mich im Spiegel, hielt rechtzeitig an und hob mich hoch in sein Fahrerhäuschen. Oma war erleichtert, ich strahlte und sie haben nie wieder versucht mich ausschlafen zu lassen.

Deswegen liebe ich Traktoren und erst recht wenn sie rot-weiß sind! ;-)

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